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0 Autor: Daniel Thomas

Thumpermonkey - Make Me Young, Etc

Make Me Young, Etc

Der Konjunktiv vom Ende der Welt: Was wäre, wenn der blaue Planet morgen untergeht? Thumpermonkey gefallen sich im Fabulieren über die apokalyptische Vorahnung, die ein Fan der Band ins Rollen brachte.

Frontmann Michael Woodman schrieb die E-Mail, die er erhielt, zunächst als Artefakt eines Sonderlings ab. Die mysteriöse Botschaft ließ ihn trotzdem nicht mehr los. Er hatte nicht die Absicht, dem Fan mit der Offenbarung vom Weltuntergang zu antworten. Stattdessen schrieb er ihm letztlich ein ganzes Album. Noch mehr als durchwachsene Platten, hat die Apokalypse durchwachsene Filme inspiriert, für die sich Thumpermonkey auf ihrem plumpen Cover die besten Plätze reservieren. Sie ist längst kein originäres Konzept mehr und hat durch ihre ultimative Dramaturgie fast zwangsläufig etwas Hochtrabendes. Bei Thumpermonkey ist sie damit in den besten Händen. Von der gelungenen, beinahe atonalen Pianoballade "Figstorm" einmal abgesehen, wirkt der orchestrale Progrock der Briten nicht selten exaltiert und immer leicht überzogen, wenn er sich über den Neo-Klassizismus tief in die Musical-Welt schleicht. Woodmans erzählerisches Singen in Songs wie "Cranefly" oder dem elfminütigen Titelstück kann man sich auch im Stage Theater an der Elbe vorstellen. Um dort die Massen zu begeistern, wären allerdings deutlich weniger kryptisch-dissonante Kompositionen nötig. Fans des klassischen 70s-Prog dürften sich wiederum an der thematischen Theatralik stören. Von beidem abgesehen ist der eigentliche Makel an "Make Me Young, Etc" aber, dass der vermeintlich freigeistige und ergebnisoffene Prog viel zu oft ganz schön sittenstreng und formelhaft ausfällt.

Bewertung: 6/12

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