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0 Autor: Toby Schaper

Venom - Storm The Gates

Storm The Gates

Altersschwacher Rumpel-Metal ohne die schwarze Magie der frühen Klassiker.

Der Furor der Jugend ist schwer zu reproduzieren. Daran kranken viele Bands, die zu Beginn ihrer Karriere vor allem durch ungebremste Energie überzeugten. Die lässt naturgemäß irgendwann nach, und wenn sie dann nicht durch besseres Songwriting kompensiert werden kann, hat die Band ein Problem. Bei Venom existiert dieses Problem seit mehr als 30 Jahren. Zu Beginn der 80er drehte das Trio völlig frei und komponierte mit "Welcome To Hell" und "Black Metal" zwei absurde Klassiker zwischen infernalischem Rock’n’Roll, Heavy Metal und Punk – dilettantisches Geholze voller dreckigem Enthusiasmus. Spätestens nach dem monumentalen Livealbum Eine Kleine Nachtmusik 1986 war der Witz allerdings erzählt, und Venom mäanderten ziellos in wechselnden Besetzungen umher. 2018 ist von der Urbesetzung nur noch Sänger Cronos übrig, der sich nach Kräften müht, so geisteskrank zu fauchen wie einst, aber trotzdem müde wirkt. Wie das gesamte Album in Sachen Attitüde in Zeiten von Bands wie Watain niemanden mehr schockieren kann, und vom Krawallfaktor wie eine Kneipenschlägerei unter Rentnern wirkt. Dabei gibt es durchaus ein paar lichte Momente: "I Dark Lord" bietet mit seinen Doublebass-Strophen soliden Black-Thrash, "100 Miles To Hell" oder Immortal zeigen Ansätze des früheren Talents für catchy Refrains und der Titelsong fährt gegen Ende feines Thrash-Riffing auf. Das reicht aber nicht für ein interessantes Album. Der rumpelige Charme der Frühphase ist trotz einer rohen Produktion dahin, und für die hochgezüchtete Metal-Welt von heute sind Venom nach wie vor zu punkig. Nur: Was bringt halb-asozial, wenn man auch "Welcome To Hell" hören kann?

Bewertung: 4/12

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