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Papa Roach - Who Do You Trust?

Who Do You Trust?

Wem bei Rage Against The Machine immer die Autotune-Parts gefehlt haben, der freut sich sicher über Papa Roachs zehntes Album. Alle andere gründen besser schon mal eine Therapie-Gruppe.

Erst, wer die Radio-Elektro-Bums-Rocker Papa Roach von 2019 hört, weiß, wie gut es ihm mit der Nu- Metal-Truppe von 2000 ging: „Check mate, there’s no defending/ This is the start of the ending“, schreit Jacoby Shaddix im schamlos aus dem Grab von Linkin Park geraubten Opener "The Ending", und akkurater hätte man die folgende 35-minütige Frechheit kaum ankündigen können. Jede einzelne, seelenlose Sekunde dieses Albums ist geklaut, in den seltenen halbguten Momenten in der eigenen Nu-Metal-Vergangenheit oder bei kalifornischen College-Poppern, meistens aber bei Imagine Dragons oder Twenty One Pilots oder sonst einer dieser garstigen Synthie-Elektro- Rock-Pop-Rap-Verbrecherbanden, für die Erfolg ab 100 Millionen Youtube-Views anfängt. Um die Sache rund zu machen, ist "Who Do You Trust?" aber nicht nur musikalisch auf maximalen Formatradio-Durchzug programmiert, sondern auch inhaltlich derart entkernt, dass kein Songtext über eine abgeschmackte Emo-Catchphrase hinauskommt. Shaddix ist sich nicht mal zu blöd, der RATM-Anbiederung "Renegade Music" ein „Motherfucker!“ nachzurufen, als hätte es Zack De La Rochas identischen Schrei in "Killing In The Name" nie gegeben. Und dass Papa Roach zwischen Handclap-Snares, Aggro-Raps, Synthie-Beats, Dubstep-Drops und Alibi- Geriffe mit "I Suffer Well!!!" noch 80 Sekunden 80s-Hardcore-Punk auf Steroiden mischen, müsste Ian MacKaye eigentlich mit einem Pistolenduell im Morgengrauen beantworten. Danach möchte man duschen.

Bewertung: 3/12
Leserbewertung: 7.0/12

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