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0 Autor: Juliane Kehr

Girlpool - What Chaos Is Imaginary

What Chaos Is Imaginary

Wer den Kopf in den Wolken trägt, kann auch mal in ein Loch fallen: Girlpool präsentieren zarte bis pompöse Indie-Songs, die verständnisvoll nicken und einem wieder auf die Beine helfen.

Ganze 14 Songs versammelt das Duo aus Los Angeles auf seinem dritten Album – genug Zeit, um sich auf die neue sphärische, teils mit Drum-Computern und Synthesizern ausstaffierte Stimmung einzulassen. Neu ist dabei vor allem die Klangfarbe von Cleo Tuckers Stimme, die erstmals im Opener "Lucy’s" zum Tragen kommt: Zu stoischem Schlagzeugbeat und schräg aufbegehrenden Gitarren fügt sich ihre Stimme samtig und beruhigend. Ehemals die zweite Sängerin und Bassistin des Duos, lebt Tucker seit einiger Zeit als Mann und ergänzt den Klang der Band so um eine ganz neue Facette. Harmony Tividads Stimme klettert derweil in "Stale Devise" mit gewohntem Einfühlungsvermögen an seifigen Background-Chören empor, Halt bietet ihr dabei eine raue Lead-Gitarre. Im folgenden "Where You Sink" verarbeitet Tividad eine Episode psychischer Krankheit zu getragenen Melodien, die einen nur ganz sanft umschmeicheln, auch "Pretty" erhebt sich trotz ernster Thematik schnell in aufmunternde, fröhliche Klang-Gefilde. Das Erschaffen von positiven Energien aus seelischen Erschütterungen ist die große Stärke von Girlpool, die einem aus dem Großteil der Songs entgegenstrahlt. Einige Stücke sind zu flüchtig, um dieses Kunststück zu schaffen, anderen gelingt es umso besser: Wenn sich der Titeltrack mit wabernder Orgel und tranceartigem Gesang zu erblühenden Streichern erhebt, erreicht die Entschleunigung ihren Höhepunkt und die Zeit bleibt für einen Moment stehen.

Bewertung: 8/12

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