Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Carsten Sandkämper

Steven Wilson - Home Invasion: In Concert At The Royal Albert Hall

Home Invasion: In Concert At The Royal Albert Hall

Steven Wilson arbeitet sich live an seiner eigenen Geschichte ab und stellt gleichzeitig virtuose Musiker in den Dienst von Pop, der jeden erreicht.

Hinzu kommt ein fast schon beängstigender Grad an Perfektionismus, was das Konzept der Show angeht. Ein Tondokument ist nur eine bruchstückhafte Wiedergabe des audiovisuellen Ereignisses. In Wilsons Fall jedoch die bestmögliche. Der Mitschnitt von drei aufeinanderfolgenden Konzerten in der Londoner Royal Albert Hall, zeigt das aktuelle Quintett aus Wilson, Nick Beggs, Craig Blundell, Adam Holzman und dem neuen Gitarristen Alex Hutchings in atemberaubender Form. Wilson beweist mit dem Querschnitt seines Schaffens, dass es kein Sakrileg ist, Porcupine-Tree-Klassiker von dieser Band spielen zu lassen. Das Material seines aktuellen Albums "To The Bone" wurde zwar nicht von dieser Besetzung eingespielt, großformatige Stücke wie "Detonation", "Refuge" und "Song Of I" werden aber trotzdem von ihr vereinnahmt. Während das viertelstündige "Ancestral" den musikalischen Höhepunkt des gut zweieinhalbstündigen Sets darstellt, holt Wilson für "Pariah", "People Who Eat Darkness" und "Blank Tapes" Ninet Tayeb auf die Bühne, deren Stimme inzwischen aus seiner Musik nicht mehr wegzudenken ist. Nichts an dieser Performance wird dem Zufall überlassen, was Glanzstück und Kritikpunkt zugleich ist, je nachdem, was man von einem Live-Album erwartet. Dass zum notorischen Zankapfel aller Prog-Puristen "Permanating" eine indische Tanzformation über die Bühne wirbelt und Mittvierziger ihre Körper im Disco-Beat schütteln, kann man zwar nicht hören, aber erahnen. Wer das Ganze sehen möchte, greift zum parallel erscheinenden Konzertfilm.

Leserbewertung: 9.0/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.