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0 Autor: André Bosse

Ian Brown - Ripples

Ripples

Der Stone-Roses-Sänger ist faul, das hört man den Songs an. Die Laune steigt dennoch.

Sieht so aus, als könnten wir das Comeback der Stone Roses vergessen – ein paar Konzerte, zwei verstreute Singles, eine davon lausig. Prognose: Das wird nichts mehr. Bleibt Ian Brown, der Sänger, dessen erste Soloalben Ende der 90er die Stone Roses fast vergessen ließen. Vor allem "Golden Greats" von 1999 ist ein verdammter Klassiker! Seit 2009 gab es jedoch auch solo nichts Neues, da stand die Cashcow Stone Roses wieder im Fokus. Weil diese aber lahmt, gibt es nun "Ripples", ein neues Werk, das so beginnt, wie alle Ian-Brown-Soloalben begonnen haben: mit einem etwas zu einfach gestrickten, aber hübsch vor sich hingroovenden Dance-Britpop-Stück. "First World Problems" hat weder Strophe noch Refrain, ist eigentlich ein Mantra und handelt von stetig lamentierenden Opfern des 21. Jahrhunderts. Brown reimt "confusion" auf "illusion", und es klingt, als hätte man das schon tausendfach gehört. Dennoch: Die Laune ist prächtig, es zieht einen raus auf die Wiese oder an den Kanal, an dem Brown im Video zum Stück entlangradelt. Im Laufe der Platte pendelt die Manchester-Legende zwischen UNKLEhaften Beats, Blue-Eyed-Funk und spirituellen George Harrison-Momenten, wobei es schon stört, dass die Hälfte der Songs wie B-Seiten aus einer Zeit klingen, als es noch B-Seiten gab. Wobei der Titeltrack immerhin das Niveau einer B-Seite der Stone Roses besitzt – und die waren nur selten übel! Ein Streitfall ist "Break Down The Walls (Warm Up Jam)": Ist das nun eine Reggae-Parodie oder eine Hommage an Joe Strummer und dessen Hang zu von der Sonne Jamaikas durchtränkten Liedern über Babylon?

Bewertung: 6/12

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