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Saafi Brothers - Midnight’s Children

Midnight’s Children

Elektronischer Zukunfts-Blues der extrem packenden Sorte. Die vielleicht dichteste Pluckermusik, die je aus Deutschland kam.
Wir schreiben das Jahr 2087. Der Menschheit ist es gelungen, organische Lebensformen und künstliche Intelligenz in einer perfekten Symbiose zu verknüpfen. Das Leben ist cool: Die Maschine arbeitet, der Mensch lebt. Und das Wochenende verbringt man gerne mal mit einer gemorphten Schönheit am Holo-Strand oder in seinem ‘Feisar’-Gleiter im ‘Wipe Out’-Flyodrom. Und immer mit im Gepäck: Die zweite Platte von den Saafi Brothers. Die Perfektion des wohltemperierten, futuristischen Endlosflusses. Mystisch schwebende Soundwolken aus Dub, Ambient, SloMo-TripHop, vereinzelten, dezenten Technobeats und geschickt eingesetzten Ethno-Elementen. Letzteres u.a. deshalb, weil sich der Titel „Midnight’s Children“ auf Salman Rushdies surrealen Roman gleichen Namens über die Geschichte Indiens bezieht. Gabriel Le Mar, der mit „Gab’s Lab“ und „Gab’s Gift“ bereits zwei fantastische Solo-Platten gemacht hat, und Michael Kohlbecker, dessen zweites Album „Magnet“ demnächst erscheint, schütteln sich gemeinsam 72 Minuten Elektronik-Faszination von fast erschreckender Eleganz aus dem Ärmel. The Orb in pushend, Massive Attack in instrumental, Orbital oder Der Dritte Raum: ja, von allem hat es ein bisschen was, doch es ist noch deutlich mehr. Ihre Sound- und Song-Strukturen sind konsequent zu Ende gedacht - dies ist mal wirklich keine Ansammlung von hübsch plätschernden Einzeltracks, dies ist ein Album mit einem atemberaubenden Aufbau, mit Arrangements, die leben, sich entwickeln und verwandeln. Obwohl die meisten Tunes rein technisch gesehen eine extrem langsame Kugel schieben, haben sie durch ihre absolut perfekt differenzierte Rhythmik und viele kleine, die Beats umkreiselnde Sounds unheimlich viel Drive. Spannend, spannend, spannend, diese Platte. Und das beste daran: Sie wird immer spannender.

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