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0 Autor: Martin Burger

Swervedriver - Future Ruins

Future Ruins

Britischer Shoegaze lebt fort in der zweiten Bandphase von Swervedriver. Jetzt mit noch stärkeren, selbstbewussteren Songs als zuletzt.

Was Swervedriver von den meisten populären Shoegaze-Bands abgrenzt, ist der Verzicht auf allzu viel Reverb und verhuschten Gesang. Ähnlich wie Ride stand die Band um Charismatiker Adam Franklin damit immer näher am Britpop als am vollgestopften Effektpedale-Rack, statt Eskapaden gab es aber nur feste drückenden Groove. Die vorläufige Auflösung 1998 bedeutete trotzdem eine gewisse Vergessenheit, aber zumindest Schallplattenfans wurden in den vergangenen Jahren wieder auf Swervedriver gestoßen: Die exzellenten Music-On-Vinyl-Reissues der Frühwerke "Raise" und "Mescal Head" ließen nach der ein wenig im Stillen verlaufenen Reunion mit "I Wasn’t Born To Lose You" (2015) aufhorchen. Eine Neubewertung erfolgte, die Band stieg auf ins Pantheon der Genre-Bestenlisten von selbsternannten Bescheidwisser-Portalen. Normalerweise ein Grund zum Weghören, was hier allerdings Fahrlässigkeit gleichkäme: "Future Ruins" nimmt den Unterbau des Comeback-Albums und legt noch einen Zahn zu. Allein der scheinbare Gegensatz, einen Song "Good Times" zu nennen und darin vermehrt über die Vergänglichkeit von Zivilisationen zu singen, hat schon etwas für sich, die Rhythmen halten beschäftigt und lassen in der Melodie-Attacke "Mary Winter" an eine braungebrannte Band auf Achse denken. Aber auch blasse Stubenhocker finden ihren Instrumental-Rausch, etwa im Mittelteil von "Golden Remedy" oder im steten Wellengang des Closers "Radio-Silent". Einfallsreich, antreibend, selbstsicher ist "Future Ruins" geworden – und eine herzliche Einladung zum Stöbern im Backkatalog. Lohnt.

Bewertung: 8/12

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