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0 Autor: Alana Vandekerkhof

Soilwork - Verkligheten

Verkligheten

Auf "Verkligheten" entführen Soilwork in eine Realität, in der eingängige Ohrwurm-Chöre und brutaler Death Metal durchaus zusammenpassen.

Mit mittlerweile mehr als 20 Jahren Erfahrung und einem für den Melodic Death Metal stilprägenden Vermächtnis verstehen Soilwork ihr Handwerk und können mit ihrer neuen Platte nahtlos an frühere Großtaten wie "The Living Infinite" anknüpfen. Dabei wird schnell deutlich, dass die schwedischen Heavy-Metal-Virtuosen nicht viel von Genre-Konventionen halten. "Verkligheten" ist eine musikalische Achterbahn der Gefühle: Im sanft anklingenden titelgebenden Intro "Verkligheten" wiegt sie einen zunächst in Sicherheit, wechselt im folgenden "Arrival" dann aber plötzlich von null auf hundert in den Angriffsmodus und sorgt damit für einen Adrenalinschub der Extraklasse. Als kreative Glanzleistung entpuppt sich der Ohrwurm-Garant "Full Moon Shoals", der sich im Refrain als mutige Mischung aus brachialem Death-Metal-Getrümmer und eingängigem „Na Na Na”-Gesumme entpuppt. Im über fünf Minuten langen "The Nurturing Glance" dagegen gibt es alles auf einmal: episch ausufernde Gitarrenriffs, melodisch untermalten Clean-Gesang und jede Menge 70er-Powerchords, die das musikalische Chaos wie ein Rahmen zusammenhalten. Keine leichte Kost ist auch die in Zusammenarbeit mit Amorphis-Frontmann Tomi Joutsen entstandene Metal-Oper "Needles And Kin", die sich zunächst langsam wie eine Knospe aus einem melancholischen Instrumental heraus öffnet, dann aber den zuvor gesetzten Rahmen komplett aus den Angeln hebt und in 1.000 kleine Teile zerlegt. Das Genie beherrscht eben das Chaos – und Soilwork Death Metal.

Bewertung: 9/12

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