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0 Autor: Michael Setzer

BillyBio - Feed The Fire

Feed The Fire

Endlich! Biohazard-Gitarrist Billy Graziadei veröffentlicht eine Soloplatte. Hahaha. Nur Spaß: Billy Graziadei von Biohazard veröffentlicht eine Soloplatte.

Und es ist dennoch die überraschend launige Antwort auf eine Frage, die nie gestellt wurde. Biohazard, die sich spätestens durch Evan Seinfelds peinliches Getue zwischen Porno, Reality-TV und Suppenkasper rückwirkend endgültig ad absurdum geführt haben, wurden in den vergangenen Jahren kaum vermisst. Graziadei fällt zumindest musikalisch nicht weit vom Stamm des New York Hardcore: Gang-Shouts und kleine Mathematik. Unnötiges Geschwurbel lässt sich dem 48-Jährigen auf seiner ersten Soloplatte kaum vorwerfen: Breakdowns, Punkrock, Metal, Thrash, Core, Kraftmeierei – da fehlt nix. Das ist moschusochsiger Kraftrock, der vorbildlich nach Jungsumkleide in der Mittelstufe mufft. Wer da reingeht, erwartet keine Pralinen, nix, das nach Rosen duftet und keine Gedichte. "Rise And Slay", das Slayer huldigt, "Untruth" mit Deftones-Schmäh oder "Sodality" mit Biohazard-Einschlag sind da bisweilen sogar recht nah an der kundenfreundlichen Dienstleistung. Etwas peinlich wird dieser Testosteron-Tsunami nur, wenn die Veranstaltung auch noch ins Altkluge abdriftet und der alte Mann den jungen Rackern zu frivolem Bierzelt-Core die Welt erklärt. Denn auch diese Chance lässt er sich etwa im Titelstück "Feed The Fire" nicht entgehen: Opa erzählt vom Krieg, und er brüllt dabei. Nicht ganz klar, ob er sauer ist oder nur schlecht hört. Aber soll er doch den nimmermüden Straßenköter geben. Tierfreunde wissen: Straßenköter werden nicht alt. Sie werden häuslich oder sie verrecken im Straßengraben. Graziadei will bellen. Feini. Feini. Brav.

Bewertung: 7/12

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