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Les Big Byrd - Iran Iraq IKEA

Iran Iraq IKEA

Personell sind Les Big Byrd die Schnittmenge aus Teddybears, Caesars, Fireside und Viagra Boys, musikalisch schlägt sich das nur bedingt nieder.

Was in keinem Fall schlecht sein muss. Im Gegenteil, man merkte Les Big Byrd schon auf dem Debüt "They Worshipped Cats" von 2014 ihren Drang an, musikalisch mal etwas anderes machen zu wollen. Das klang sehr psychedelisch und hier und da unausgegoren, auf dem Nachfolger setzt das Quartett mehr auf Krautrock, eingängigen Psych-Pop und eine klare Dramaturgie. Die ersten drei Songs gehören zum Besten, was dieses Jahr auf einem Motorik-Beat basiert. Auf die drei jeweils mehr als fünf Minuten langen Reisen folgen drei Songs, die die poppige Seite der Vögel zeigen. Während "Pink Freud" eine offensichtliche Hommage an die frühen Pink Floyd ist, stellt sich "I Fucked Up I Was A Child" als lupenreiner Popsong heraus, "I’ve X-Ed Myself From Your World" nimmt die akustischen Gitarren von "Pink Freud" auf und ergänzt sie um einen Chor und wabernde Synthies. Der dritte Teil des Albums beginnt mit dem Garage-Pop "Eon", der Motive aus den vorherigen Songs aufnimmt, bevor Interlude den Weg fürs Finale frei macht: Das auf Schwedisch gesungene "Mannen Utanför" vereint alle Elemente dieser ebenso geschmackvollen wie freiheitsliebenden Platte, die nicht nur bei Fans von MGMT auf fruchtbaren Boden fallen dürfte. Deren ehemaliger Produzent Peter Kember (Spacemen 3) hätte "Iran Iraq IKEA" eigentlich produzieren sollen, aber schon nach kurzer Zeit verkrachten sich Jocke Ahlund (Teddybears, Caesars), Frans Johansson (Fireside), Martin Ehrencrona (Viagra Boys) und Nino Keller (ebenfalls Caesars) mit ihm. Also haben die Veteranen wieder alles selbst gemacht. Gut so.

Bewertung: 9/12

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