Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Toby Schaper

Ultha - The Inextricable Wandering

The Inextricable Wandering

Schwärzer wird’s nicht! Auf Basis von Black- Metal-Elementen erschaffen die Kölner rasende Manifeste der Finsternis – ohne Bosheit und Hass allerdings.

Musik Zeit zu geben, ist eine seltene Gabe, die Neil Young beherrscht, Pink Floyd auch, eine, die The Cure auf "Bloodflowers" sehr schön demonstriert haben und auch Ultha bis zur Perfektion verinnerlicht haben. Dass ihre Songs gerne zwischen 10 und 20 Minuten lang sind, hat nichts damit zu tun, dass sie besonders viele Teile zu komplexen Strukturen montieren würden, sie haben einfach ein intuitives Gefühl dafür, wie lange ein Part stehen muss, um Tiefenwirkung zu entfalten. Wenn es um die Beharrlichkeit geht, mit der sie Riffs und Motive bis zur Schmerzgrenze wiederholen, sind Neurosis die einzige Vergleichsgröße. Nur dass bei Ultha die Basis Black Metal ist. Rasende Blastbeats, geisterhafter Kreischgesang, flirrende Gitarren – das kennt man aus dem Genre, doch Ultha deuten es um. Bei ihnen gibt es keinen Hokuspokus, keine Teufeleien und auch keinen Hass, die tiefe Dunkelheit, die sie erzeugen, ist warm. Denn sie sind auch Meister der Melodien und verschieben sie so geschickt, dass ein Song wie "With Knives To The Throat And Hell In Your Heart" über zehn Minuten interessant bleibt, obwohl er fast ohne Atempause durchgeprügelt wird. Bei wenigen Bands hat man so sehr den Eindruck, dass alle Mitglieder exakt die gleiche Vision verfolgen und mit derartiger Vehemenz umsetzen. Deshalb gibt es kaum effektiveren Extrem-Metal als diesen, und keinen, der tiefer ins Herz trifft und es wie eine Katharsis von Angst und Einsamkeit befreit – beides verschwindet mit den letzten verhallenden Akkorden in den Weiten des Alls.

Bewertung: 10/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.