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0 Autor: Alana Vandekerkhof

Rising - Sword And Scythe

Sword And Scythe

Rising schwingen das musikalische Schwert der Vergeltung und verpacken ungeschönte Gesellschafskritik in symphonischen Heavy Metal.

Zugegeben, die Idee eines Konzeptalbums über den selbstverschuldeten Untergang der Menschheit und die Wiedergeburt einer daraus auferstandenen Zivilisation ist nicht neu – aber sie funktioniert. Das beweist das dänische Metal-Quintett einmal mehr und liefert mit ihrem vierten Album "Sword And Scythe" eine impulsive Mischung aus dystopischem Fantasy-Epos und Genreübergreifendem Sound. Nachdem sich Bandleader Jacob Krogholt für den Vorgänger "Oceans Into Their Graves" nicht nur eine neue Besetzung, sondern auch einen neuen Sound zugelegt hatte, wirkt "Sword And Scythe" wie die klangliche Reifeprüfung: Geboten wird noch mehr Heavy Metal, noch längere Instrumental-Sequenzen und noch wandlungsfähigerer Gesang. Ganze 45 Minuten kreative Spielwiese sozusagen, die kaum Platz zum Atmen lässt. Angefangen beim sich langsam aufbauenden "Intro Amor Fati" bis zum siebenminütigen Schlussplädoyer "Aeterna" durchzieht die ganze postapokalyptische Geschichte des Albums eine brodelnde innere Unruhe mit Hang zur Dramatik. So klingt "Hunger And Exile" wie der verzweifelte Klagegesang eines am Abgrund stehenden Volkes, verpackt im Retro-Gitarrensound der 70er- und 80er. "Camp Century" hingegen wird regiert von psychedelischen Prog-Elementen, die eine beinahe hypnotische Wirkung erzielen. Wer jetzt denkt, er wüsste, wo die Reise hingeht, wird in "Civil Dawn" plötzlich mit mittelalterlicher Flötenmusik direkt in die dunkle Epoche des Schwarzen Todes katapultiert. So geht Geschichtsunterricht der Marke Rising 2018.

Bewertung: 8/12

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