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0 Autor: Juliane Kehr

Drip-Fed - Drip-Fed

Drip-Fed

Drip-Fed steigen mit ihren eigenen Dämonen in den Ring. In dessen Ecken feuern sie Black Flag und Fucked Up an.

Die aus Texas stammenden Drip-Fed bearbeiten ihren Hardcore-Punk jenseits großer Posen und aufgeblasener Slogans. Stattdessen verteilen sie Tiefschläge gegen die eigene Selbstzerstörungswut und die äußeren Einflüsse, die den paralysierten Geist noch weiter vergiften. Bereits der Opener "Tell Me Off" verliert im Namen dieser Mission keine Zeit: Eine Gitarre, die wie ein wildes Tier in einem Käfig auf und ab tigert, macht einem trockenen, dringlichen Schlagzeug Platz, und Sänger Jeffrey Blum kracht mit Zeilen wie "In my mind I think I'm alive/ In my mind I think I'll survive/ I tend to destroy more than create" in das Szenario hinein. Das folgende "Lower Primate" macht schnell deutlich, wie viel musikalisches Selbstverständnis sich hinter der vordergründigen Wut versteckt: Eine melodisch ausbrechende Leadgitarre erhebt sich aus dem rhythmisch laufenden Punk-Motor, drückt sich bestimmt am solierenden Schlagzeug vorbei und hallt noch ein bisschen nach, als schon das irre, getriebene "Electric Kool-Aid" zum Sprung ansetzt. "Profit Of God" entlarvt einmal mehr eine Kirche, die nur Gier im Sinn hat. Hier kämpfen Gitarre und Gesang wieder Seite an Seite, der eine gibt Deckung, der andere landet den Treffer. Das abschließende "Intertwine" geht daraus erschöpft, aber siegreich mit Punk-Pathos und den Zeilen "We will be all right/ Tarred and feathered/ Intact but battered/ Keep it together/ You know how it goes/ Find some shelter/ Supplies are scattered/ Wait out the weather and feed off a host" hervor.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 8.8/12

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