Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Stefan Reuter

Architects - Holy Hell

Holy Hell

Wie geht eine Band mit dem tragischen Verlust ihres Hauptsongschreibers, vor allem aber ihres Freundes und Bruders um? Architects stürzen sich und ihren Metalcore tief hinein in den Schmerz und die Verwirrung.

Am 20. August 2016 erlag Tom Searle im Alter von 28 Jahren dem Hautkrebs, mit dem er jahrelang zu kämpfen hatte. Ob Architects, bei denen sein Bruder Dan am Schlagzeug sitzt, danach weiter existieren sollten, war unklar. Searle war ihre treibende Kraft, seine technisch präzisen Gitarren-Figuren waren neben Sänger Sam Carters eindringlichen Schreien das Markenzeichen der Metalcore-Band. Im September 2017 veröffentlichten die Briten "Doomsday", einen Song, den Searle nicht mehr fertigstellen konnte. Er zeigt, wohin sie sich auf ihrem achten Album bewegen. "Death Is Not Defeat" ist eine Verabschiedung, die mit ihren elegischen Streichern weniger düster klingt als das Vorgänger-Album "All Our Gods Have Abandoned Us", das kurz vor Searles Tod veröffentlicht worden war. Weil ein Verlust, wie er hier aufgearbeitet wird, aber viele Emotionen mit sich bringt, lässt sich auch "Holy Hell" nicht auf eine reduzieren. "Modern Misery" stellt die kontemplativen Momente direkt neben die Abgründe. In "The Seventh Circle" macht sich Neuzugang Josh Middleton, Gitarrist und Sänger der Neo-Thrash-Metaller Sylosis, besonders bemerkbar. Er war als Vertretung schon live eingesprungen, inzwischen gehört er fest zu Architects und flechtet etwa in "Mortal After All" einen neuen Stil ein, der den von Searle etablierten ergänzt. Der ist in "A Wasted Hymn" ein letztes Mal zu hören, dazu singt Carter: "Life comes at a cost/ But all is not lost". Ein guter Schluss für ein wichtiges Album.

Bewertung: 10/12
Leserbewertung: 11.5/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.