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Ty Segall - Fudge Sandwich

Fudge Sandwich

Ty Segall covert sich souverän durch eine eklektische Auswahl von Klassikern.

Dass Segall das Covern von Songs beherrscht, hat er schon oft bewiesen. Erst im Januar etwa, als er sich brillant den Hot- Chocolat-Discokracher "Every 1’s A Winner" vorknöpfte, oder als er auf "Emotional Mugger" den Equals-Song "Diversion" einstampfte. Captain Beefheart, Bo Diddley, die Groundhogs nahm er sich schon vor und widmete T-Rex eine ganze EP. Jetzt hat er sich endlich auf Albumlänge ausgetobt, um uns seine musikalischen Einflüsse unter die Nase zu reiben. Im Herzen ist Segall ein Punk, was seine Wahl erklärt, "Class War" von den Kaliforniern The Dils zu einem halbakustischen, entschleunigten Country-Punk-Song umzubauen und sich mit "Rotten To The Core" der britischen Anarcho-Punks Rudimentary Peni zu widmen. Aus Grateful Deads Psych-Folk-Gespinst "St. Stephen" (vom 69er Album "Aoxomoxoa") macht Segall einen rasanten Punk-Song – und bleibt doch dem Geist des Originals treu. Ähnlich ergeht es Neil Youngs "The Loner", durch das Segall mit so sattem Fuzz rast, dass das filigranere Original in die Knie geht. Mit Gongs "Pretty Miss Titty" und Amon DÜÜl IIs "Archangel Thunderbird" (das auch die Breeders kürzlich coverten) macht Segal einen Abstecher in 70s-Artrock-Gefilde, wobei er die Verbeugung der Gongs vor den Beatles und den Kinks noch deutlicher herausarbeitet. Ein einziges Highlight ist das Anfangsquartett. Wars "Lowrider" wird zu düsterem Space-Disko, "I’m A Man" von der Spencer Davis Group ist ein satter Brecher, Lennons "Isolation" hat ordentlich Seele und Funkadelics "Hit It And Quit It" ist gnadenlos groovig. Ty Segall ist das bestes Cover-Album seit Ewigkeiten gelungen.

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