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0 Autor: Martin Iordanidis

Hank von Hell - Egomania

Egomania

Substanz-Abusus! Scientology! Wer Böses sucht, findet genug Gründe, warum Hank van Helvetes neue Bühnen-Inkarnation viel Geld machen will. "Egomania" hätte das sogar verdient.

Vielleicht reicht ja erstmal frischer Ruhm. Auch dafür stehen die Chancen nicht schlecht. Wie weite Teile des skandinavischen Rocks bedient sich auch der Ex-Turbonegro-Sänger an fett geschriebenen Glamrock-Zitaten aus dessen goldenen Zeiten. Das Midtempo-Varieté in Hells Comeback wirkt dabei durchgestylt und ausproduziert wie ein deutsches Oberklasseauto. Was seit Imperial State Electric kein Widerspruch mehr ist. Die Verkehrsregeln auf "Egomania" sind entsprechend strikt: Gitarren-Riffs müssen leuchten wie Neonreklame, der Chorus so schnell bei der Hand sein wie auf einer Beatles-Single. Pseudonyme wie Cat Casino und Major Sam (beide Gitarre) oder Dead Said Fred (Schlagzeug) öffnen die kalifonische Poser-Gruft, und der alte Alice Cooper geistert in von Hells Hölle sowieso hinter den geschminkten Augen herum. Im Background singende Slash-Leads und Flitze-Licks wie die von Nikke Anderson dienen als Fugenkleber für Songs, die außerdem die US-Hardrock-Ära 1985 bis 1990 zurückwünschen. Death Punk? Findet man auf "Egomania" allenfalls in der Bierpfütze "Too High". Interessant ist, was von Hell aus den alten Klamotten seiner Fundgrube macht. Dem Fußstampfen in "Blood" stellt er eine Reihe Bläser zur Seite und plötzlich sind Clutch nicht mehr die einzigen, die 40 Jahre alten Funk wiederbeleben. Wer die schwarze Schminke auch in der Musik sucht, muss bis zum letzten Song warten. "Adios (Where’s My Sombrero)" ist ein operettenhaftes Schauermärchen, das mit mehr Pickeln im Gesicht auch von My Chemical Romance sein könnte.

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 5.0/12

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