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0 Autor: Daniel Welsch

Arkells - Rally Cry

Rally Cry

Erneut inszenieren sich Arkells als innovative Grenzgänger, erneut klingt das Ergebnis nach konventionellem Stadionrock, der neuerdings vom Discofieber erfasst wird.

Irgendein Produzent sollte sich die Mühe machen und die letzten beiden Alben von Arkells so remixen, dass der Sound der Beschreibung der Band entspricht. Vor zwei Jahren klang "Morning Report" laut Sänger Max Kerman, "als hätte Kanye West Musik von Elton John produziert", in Wahrheit aber nach biederem Stadionrock, wie man ihn bereits vom Vorgänger "High Noon" kannte. Nun ließ sich die Band aus Hamilton, Ontario für das neue Album "Rally Cry" nach eigenen Angaben von Chance The Rapper und dem French-House-Duo Justice inspirieren und hat den Song "Relentless" um ein Sample aus "Sixolele Baba" des südafrikanischen Afropop-Sängers Sello Chicco Twala herum gebaut. Zwar ist das Ergebnis erneut konventioneller als versprochen, dennoch belebt der Groove des Samples den Song. Auch die übrigen neun Songs wirken weniger hüftsteif und blutleer als der Vorgänger, was dem größeren Funk- und Disco-Einfluss zu verdanken ist, der aber weniger an Justice als vielmehr an das jüngste Album der kanadischen Kollegen Arcade Fire erinnert. Das heißt, Arkells wandeln immer nah an der Grenze zum Klischee, weshalb "Saturday Night" mit seinem "Under Pressure"-Basslauf ausschließlich in der Rollschuh-Disco gehört werden sollte, oder sie durchbrechen sie krachend: Als wäre der Kindechor in "Eyes On The Prize" nicht genug, mimt Max Kerman im orgelnden Mittelteil den Gospel-Prediger. In solchen Momenten wünscht man sich, dass Justice eine entschlackte Remix-Version des Albums produzieren würden, dann gerne mit einer Strophe von Chance The Rapper.

Bewertung: 6/12

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