Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Markus Hockenbrink

Uncle Acid & The Deadbeats - Wasteland

Wasteland

Sendepause bei den Sabbath-Beatles. Uncle Acid & The Deadbeats verwalten auf ihrem fünften Album das Erreichte. Wenn sie eine Singles-Band wären, wäre das hier die B-Seiten-Kollektion.

Zuletzt gab es ja gleich mehrmals eine thematische Klammer, die den dickwandigen Schauerrock der Onkels und die entsprechenden Texte zusammenhielt. "Mind Control" drehte sich um Drogen, Sekten und Sex, "The Night Creeper" um Drogen, Sex und Edgar Wallace, jeweils mit der Aura eines stickigen Hobbykellers. Für "Wasteland" stellen sich die Engländer um Kevin Starrs eine Auseinandersetzung mit verschiedenen dystopischen Endzeitszenarien vor, der allerdings schon nach dem dritten Song die Luft ausgeht. Dafür gibt es einen Blick auf die kunstblutigen Wurzeln des Quartetts mit dem Faible für Camp und verschiedene möglichst grelle Heavy-Spielarten. "Blood Runner" klingt wie Iron Maiden circa 1983, wenn sie statt Bruce Dickinson einen introvertierten Nuschler angestellt hätten, "Bedouin" hört sich an wie die Holzfällervariante von Led Zeppelin. Das Titelstück könnte man sich so auch von All Them Witches vorstellen, "Stranger Tonight" womöglich von Danzig. Auf der vermeintlichen Höhe ihres fetischistischen Schaffens liefern Uncle Acid mit "Wasteland" ein Übergangsalbum ab, das sich in seiner Klangästhetik kuschelig undergroundig ausnimmt, statt bedrohlich und kompromisslos zu sein. Dabei wird eine gewisse Variabilität abgebildet, die jedoch zu Lasten der bombastischen Härte geht, mit der die Band ihre Fans einst so souverän um den Finger wickelte. Das Coverdesign ist natürlich nach wie vor toll und scheint zu sagen: Nicht wir sind die Hardrock-Hipster, ihr seid die langweiligen Traditionalisten.

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 9.0/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.