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Sauropod - Sauropod

Sauropod

2016 waren Sauropod mit ihrem Debüt die süßeste Power-Pop-Versuchung des Neo-Grunge, 2018 tanzen sie noch immer erfolgreich zwischen den Stühlen – gereift, aber nicht gesetzt.

Das gilt nicht nur für die vier neuen Songs der Sauropod EP, sondern auch für die beiden Singles, die das norwegische Trio seiner neuen Plattenfirma Propeller (Sløtface) schon im Herbst 2017 als Begrüßungsgeschenk servierte: Der im Stil der Thermals mächtig verzerrte Power-Pop-Song "By The Tree" wie auch der fröhlich zappelnde Garage-Rock-Smasher "Never On Time" mit twangigem Gitarren-Ausflug zeigten eine Band, die gar keinen Anlass sieht, sich zwischen Grunge-Distortion, 50s-Rock’n’Roll-Referenzen und den krachigsten Formen von Popmusik zu entscheiden. Während ihr Debüt "Roaring At THe Storm" (2016) aber eine ungezügelte Spielwiese voller Ausreißer in alle Richtungen war, verschmilzt auf der neuen EP alles stärker zu einem Ganzen: Sowohl "I Know Where You’ve Been" als auch "Headed" wachsen sich von lieblichem Garage Rock zu vollverzerrtem Alternative-Geschrei aus, verziert vom Background-Gesang von Bassistin Kamilla Waal Larsen. In "Ripping" legt Co-Frontmann Jonas Røyeng seine Inspiration für schizophrene Gitarrenmelodien zwischen Moll und Dur und gebrüllte Lärm-Popsongs offen: Schöner hat lange niemand mehr bei Nirvanas "Sliver" und "About A Girl" geklaut – die Zeile „Why not rip it off/ And you go free“ ist allerdings kein Geständnis, sondern ein Beitrag zur #metoo-Debatte. "Moodless" weckt am Ende mit seinem Up-Beat zwischen Ska und Rockabilly noch einmal die Erinnerung an die hibbeligeren Sauropod von 2016 – die heute einfach nur stil- und selbstsicherer klingen.

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