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All Them Witches - ATW

ATW

Die Psych-Blues-Workaholics aus Nashville haben wieder abgeliefert. Diesmal etwas unspektakulärer, als man es von ihnen gewohnt ist.

Ob die ganze Welt ihnen so wohlgesonnen ist wie Deutschland, ist nicht überliefert. Bei uns ist an All Them Witches vom Stoner-Rocker über den ottonormalen Festivalbesucher bis zum WDR-Rockpalast-Zuschauer kein Musikfan vorbeigekommen, der sich nur ein wenig um Blues oder Psychedelic schert. Die vierköpfige Band tourt durch unsere Breiten zu fleißig, veröffentlicht zu emsig, dass man sich erfolgreich wegducken könnte. "ATW" ist das fünfte Album seit 2012 – die zig EPs und Live-Mitschnitte außen vor –, und es besticht mit Songs, die es nicht unter viereinhalb Minuten machen und die akustischen Gitarren diesmal wegsperren. Den Emmy-gekrönten Produzenten Dave Cobb (Rival Sons) haben sie – wie noch beim Vorgänger "Sleeping Through The War" (2017) – nicht rangelassen. Für "ATW" haben sie es sich in einer verlassenen Hütte in Kingston Springs, etwa 20 Meilen außerhalb von Nashville, eingerichtet und die Songs selbst aufgenommen. Weil sie es können, weil sie wissen, wie ihre Songs klingen sollen. Und sie klingen gut, nehmen sich Raum zum Atmen, lassen sich Zeit zur Entfaltung. Das eröffnende "Fishbelly 86 Onions" ist eine sechsminütige Garage-Rock-Orgie mit Start/Stopp-Hook. "Workhorse" ist Southern-Blues mit Rimshots. "Half-Tongue" ist – etwas altbackener – Soul-Blues. "Harvest Feast" breitet sich über zehn Minuten zwischen Led Zeppelin und Santana aus und das abschließende "Rob’s Dream" mit seinem verwunschenen Orgel/Gitarren-Intro zitiert ungehemmt "No Quarter". Das ist immer noch sehr gut – aber es hat auch Längen.

Bewertung: 9/12

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