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0 Autor: Michael Setzer

Windhand - Eternal Return

Eternal Return

Doom aus der Gourmet-Küche: Die Zutaten mögen begrenzt sein, doch Windhand aus Richmond, Virginia löffeln mit derart schwerem Besteck, dass der Tisch zumindest reichhaltig gedeckt ist.

Doom, die leidenschaftliche kleine Schwester des Heavy Metal, kann alles: Zwischen majestätischer Eleganz, grobem Korn, heißer Luft und Kitsch wie bei Rosamunde Pilcher, sonntags um 20.15 Uhr im ZDF, ist da alles möglich. Denn Leidenschaft steht und fällt eben auch mit den Befindlichkeiten des Gegenübers. Windhand setzen ihren Doom dort an, wo kürzlich bereits Pallbearer ein Zeichen setzten: Doom genug, um nicht geblitzt zu werden, schlau genug, sich nicht von wertkonservativen Szene-Hardlinern die Petersilie verhageln zu lassen. Das Quartett setzt auf seiner vierten Platte auf behutsam größer gezogene Kreise: Gleich "Halcyon" und der kleine Hit "Grey Garden" bringen den schwerfällig dröhnenden Stonerdoom von Sleep, die emotionale Tiefe von Johnette Napolitano, Alice In Chains und Shoegaze einander unanständig nahe. Abermals von Sub-Pop-Ikone Jack Endino vorbildlich lebhaft produziert, tut sich da gerade Sängerin Dorthia Cottrell mit ihrer warmen, fast gehauchten Stimme als idealer Gegenpol zum groben Black-Sabbath- und Electric-Wizard-Geriffe hervor. "Diablerie" lässt derweil dezenten Nirvana- und anderen gut gealterten Sub-Pop-Schmäh aufleben. Natürlich exerzieren Windhand ihre drei bis vier Tricks immer wieder aufs Neue durch, ziehen die Schraube dabei aber heimlich weiter an – bis zum niederschmetternden Funeral-Doom von "Feather". Zur Auflockerung und Deeskalation läuft ab und an Matt Pike ohne T-Shirts durchs Bild. Puh.

Bewertung: 9/12

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