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0 Autor: Christian Wiensgol

The Living End - Wunderbar

Wunderbar

Australiens führende Stadion-Punkrocker haben schon einiges an Stilen durch, legen mit ihrem achten Album aber noch mal an Abwechslung zu.

Doch zunächst ist "Wunderbar" erwartbar. "Don’t Lose It" ist netter, aufgekratzter Dave-Grohl-Alternative-Rock, der den Eindruck verstärkt, dass The Living End sich von Album zu Album weiter vom Punk’n’Roll der Anfangstage entfernen. Doch gleich das folgende "Not Like The Other Boys" holt groovend die alten Vorbilder The Clash wieder hervor. Schnell wird klar, dass es dem Trio nach fast 25 Jahren um maximale Abwechslung geht. "Death Of The American Dream" packt gleich zwei Extreme hintereinander. Erst nimmt der Song die symbolträchtigsten Heiligtümer der USA mit wütendem Rock’n’Roll auseinander – inklusive endlich wieder deutlich präsentem Kontrabassspiel von Scott Owen. Es folgt ein Singer/Songwriter-Kleinod von Frontmann Chris Cheney, das sich in seiner rudimentären Klangästhetik vor klassischem US-Folk verneigt. Spätestens hier zeigt sich, dass The Living End mit Tobias Kuhn den richtigen Produzenten an ihrer Seite hatten. Warum sie erstmals in Berlin aufgenommen haben, müssen sie an anderer Stelle erklären. Vielleicht hat es ja damit zu tun, dass die hiesigen Clubshows sie zurück zu ihren Wurzeln führten, denn die großen Bühnen spielen The Living End anderswo. Mit "Wunderbar" klingen sie jedenfalls deutlich geerdeter als die ewig zum Vergleich herangezogenen Green Day. Deren musicalhaftes Pathos liegt den Australiern fern, nur gegen Ende tragen sie zu dick auf und klauen ein Intro von Queens Of The Stone Age. Besser sind der treibende Indierock von "Drop The Needle" und der Gute-Laune-Proto-Punk in "Proton Pill".

Bewertung: 8/12

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