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0 Autor: Vivien Stellmach

Doe - Grow Into It

Grow Into It

Im Windschatten von Pavement und The Breeders: Doe aus London lieben holprigen, gelassenen Indie-Rock, auch wenn der von sich selbst gelangweilt ist.

Doe haben sich 2013 gegründet, nachdem Sängerin Nicola Leel und Schlagzeuger Jake Popyura sich über eine Kleinanzeige kennenlernten und wegen ihrer gemeinsamen Liebe zu Horrorfilmen und Abneigung gegen Sport sofort verbunden fühlten. Inzwischen ist die Band durch Gitarrist Dean Smitten zum Trio gewachsen, "Grow Into It" ist ihr zweites Album. Es soll „eine Antithese zum Klischee der Männerband sein, die darüber singt, wie sie sich gegen das Erwachsenwerden wehrt und für immer jung bleibt und sich mit ihren Freunden die Kante geben will“. So weit, so vernünftig. Die ersten beiden Songs, "My Friends" und "Labour Like I Do", klingen entsprechend unaufgeregt und erinnern an Pavement, ein bisschen Punk à la Sleater-Kinney schwingt auch mit. Das Schlagzeug stolpert über dissonante Gitarren, in den Strophen spielt Leel die unschuldige Sängerin, nur um in den Refrains lauter und giftiger gegen den Lärm anzuschreien. Songs wie "Team Spirit" und "But It All Looks The Same" lassen an gelangweilte, unterkühlte Weezer denken, während sich die Ohrwurm-Single "Heated" so schleichend und doch penetrant in einem festsetzt, dass man nicht weiß, ob man sich den ganzen Tag von ihr berieseln lassen oder damit lieber seinen schlimmbesten Freunden damit auf die Nerven gehen möchte. Man muss im guten Sinne einschläfernden Indierock mögen, dann ist "Grow Into It" ein großartiges Album. Wer es lieber spannender mag und mehr Punk verträgt, ist mit Bands wie den Muncie Girls oder Kamikaze Girls besser bedient.

Bewertung: 6/12

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