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0 Autor: Ingo Scheel

Miles Kane - Coup De Grace

Coup De Grace

Matura in Sicht: Miles Kane hat das Freischwimmer-Zeugnis in der Tasche.

Zum neunten Mal jährt sich Kanes Ausstieg bei den Rascals, das alles versprechende "Inhaler" hat auch schon acht Jahre auf dem Buckel. Dass Kane seitdem untätig gewesen ist, kann man nicht behaupten. Mit Alex Turner hat er ein überaus tolles und ein mitteltolles Album unter dem Markenzeichen Last Shadow Puppets veröffentlicht, mit Paul Weller im Hyde Park gespielt und, nicht zu vergessen, zwei Soloalben veröffentlicht, zuletzt "Don't Forget Who You Are" (2013). Durchzog insbesondere sein Solomaterial stets ein wenig der Ruch von viel Talent, aber Mangel an Fokus, könnte nun so langsam der Knoten geplatzt sein. In zwei Wochen zusammen mit Jamie T aufgenommen, ist "Coup De Grace" mit seinen übersichtlichen zehn Songs genau die eklektische Reifeprüfung, die Kane im Ansatz immer zuzutrauen war. Zu kritisieren ist hier, wenn überhaupt, nur der Informationsüberdruck, der schon Bands wie Supergrass zu Unrecht immer mal wieder in die Connaisseur-Nische gestellt hat. Sei's drum. Dieses Album jedenfalls hat die Hitdichte einer seligen K-Tel-Compilation: Der Opener "Too Little Too Late" ist ein Rock'n'Roller wie aus den Geheimakten von Gaz Coombes, "Cry On My Guitar schwoft auf den Gebeinen von Marc Bolan und Brian Connolly, das mit Lana del Rey geschriebene "Loaded" ist genau jener Hit, der "Tranquility Base Hotel & Casino" noch gefehlt hätte, und der Titelsong ein urbaner Disko-Gruß an Blondie, The Clash und Nile Rodgers. Klingt in der Theorie nach Zitate-Baukasten, ist tatsächlich aber ein pralles All-Killer-No-Filler-Album. That's entertainment!

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 10.0/12

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