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0 Autor: Markus Hockenbrink

Deaf Wish - Lithium Zion

Lithium Zion

Mit dem australischen Trio geht es zurück in die Indie-Noise-Mine, wo man sich die Birne herzhaft an den Stalaktiten eindellen kann. Für den Fall, dass Deaf Wish gerade nicht in deiner Stadt sind, ruft die Platte zum Selbermachen auf.

Wenn man im Internet nach Deaf Wish und artverwandten Bands sucht, spuckt der Algorithmus hilfreicherweise viele vielversprechende Namen aus: Sex Church, Cuntz, Homostupids, Clockcleaner. Bandnamen, die ihren Erfindern eine goldene Zukunft verheißen und auch ohne Probehören vermitteln, wie die gemeinsame Schnittmenge namens Deaf Wish klingt. Die Beschreibung erfordert Bildhaftes, denn einerseits steht die Band ganz in der Tradition von Sub-Pops aktueller Knüppelbrigade um Metz und Metz, andererseits modelliert sie mehr mit Noise als ihre Labelkollegen und ist nicht ganz so drastisch drauf. Der Grundton von "Lithium Zion" ist ein grungiges Gelee, das durchaus auch Wärme von seinen schweißnassen Wänden abstrahlt. Rock-musik, die auch beim fünften Album noch das Guck-mal-was-wir-geil-laut-sind-Grinsen im Gesicht hat. Wenn Gitarristin Sarah Hardiman singt, so wie in "Birthday" oder "Afraid For You", wird es in der Regel etwas beschaulicher, anderswo herrscht auch schon mal "Metal Carnage". Die Sonic-Youth-mäßige Single "FFS" vereint beide Stärken: Zwei Minuten Energie und Rhythmus, Spurenelemente von Melodie und ein Text, von dem man erstmal nur die Zeile "Pass me the hammer!" im Kopf behält. Das Titelstück beweist als Instrumental dezent, dass Deaf Wish rein musikalisch auch ohne Abrisskonzert im Kellerclub bestehen könnten, die unbehauene Anti-Produktion der Platte sagt allerdings, dass es ihnen andersrum lieber wäre.

Bewertung: 8/12

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