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0 Autor: Daniel Welsch

UNKLE - The Road: Part 1

The Road: Part 1
  • VÖ: 18.08.2017
  • Label: Songs For Def/Alive
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 294

Fast 20 Jahre nach dem Debüt Psyence Fiction sind die Gäste weniger prominent, die Probleme aber ähnlich. Der Kurator-Pop von James Lavelle setzt auf orchestrale Opulenz und Atmosphäre statt Songs.

Als Unkle hat der 43-jährige Gründer des Labels Mo' Wax schon Soundtracks für Filme, Fernsehen und Videospiele produziert, doch auch wenn Lavelle keine bewegten Bilder untermalt, fühlt sich seine Musik wie ein Soundtrack an. Atmosphäre ist bei Unkle wichtiger als Songs – schade, dass Lavelle sie auf "The Road: Part 1" nach dem immer gleichen Rezept erzeugt: Ein Klavier setzt dramatische Akzente, dahinter türmen sich cineastische Streicher auf, im Finale sorgt ein Chor für das letzte Quäntchen Pathos. Zu diesen Grundzutaten gesellen sich mal die Riffs von QOTSA-Gitarrist Troy Van Leeuwen wie im Song "Nowhere To Run / Bandits", mal ein elektronischer Beat, über den Mark Lanegan beim Album-Highlight "Looking For The Rain" bedeutungsschwangere Zeilen grummelt. Einen wilden Mix aus HipHop, Post-Punk, Soul und Acid House hat Lavelle angekündigt, stattdessen klingt "The Road: Part 1" trotz vieler Gäste vor allem in der zweiten Hälfte ermüdend eintönig – auch weil jeder Song grundsätzlich eine Ehrenrunde zu viel dreht. Immerhin gibt das dem Hörer Zeit, im Kopfkino die passenden Bilder zu den Songs zu erschaffen, damit "The Road: Part 1" kein Soundtrack ohne Film bleibt. "This is your story", erklärt deshalb der Erzähler im Intro und gibt die Verantwortung für die folgenden 56 Minuten an den Hörer weiter. Der fühlt sich mit seiner Fantasie spätestens auf halber Strecke von Unkle im Stich gelassen und hat deshalb wenig Lust, für das angekündigte "The Road: Part 2" den ganzen Weg noch mal zurück zu laufen.

Bewertung: 4/12

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