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Haunt - Burst Into Flame

Burst Into Flame

Derzeit beziehen sich viele Bands auf die New Wave Of British Heavy Metal, Haunt finden für ihr Debüt trotzdem einen eigenen Zugang.

Sänger und Gitarrist Trevor Church veröffentlichte zuvor mit den Doom-Metallern Beastmaker diverse Alben und EPs in klassischer Sabbath-Tradition. Das ahnt man auch noch bei Haunt, die Church seit der Debüt-EP "Luminous Eyes" (2017) vom Soloprojekt zum Quartett ausgebaut hat: "Crystall Ball" etwa integriert die NWOBHM so brummig und vollwarm in modernem Metal, wie es ähnlich Mastodon auf ihren neueren, melodischen Alben gelungen war. Der dezente Doom-Einschlag bleibt am Ende eine Nuance: Haunt huldigen den gleichen Göttern wie Wytch Hazel und Night Demon. Während erstere die NWOBHM dabei angefolkt ins Mittelalter verlegen und letzteren der 80er-Metal gar nicht clean und wild genug sein kann, stehen Haunt irgendwo dazwischen: Im Titeltrack dauert es gerade mal 15 Sekunden, bis die gedoppelten Leadgitarren den Song in Iron-Maiden-Manier auf einer Melodiewoge davontragen, anderswo klingen sie stärker nach Thin Lizzy. Das Zusammenspiel der Gitarristen prägt aber jeden Song auf "Burst Into Flame", die Platte lebt mehr über ihre Licks, Solos und Harmonien als über die Riffs. Während im Opener oder in "Heroes" auch kurz Speed-Metal-Anklänge aufblitzen, groovt der Großteil der Platte in aufgekratztem Mid-Tempo. Das gibt Church den Raum, um mit seinem Klargesang zu glänzen, der sich im Vergleich zum Gegifte und Gebrüll mancher Metal-Sänger im „Normalbereich“ abspielt und mit seinem leichten Effektschleier etwas Erhabenes gewinnt. Genre-Fans müssen, andere sollten diesem überraschend frischen Retro-Heavy-Metal eine Chance geben.

Bewertung: 8/12

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