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0 Autor: Sebastian Stöwer

The Callas - Trouble And Desire

Trouble And Desire

Mehr Kunstinstallation als Album – ohne visuelle Begleitung fehlt etwas beim vielfältig beschäftigten Künstlerkollektiv. Auch wenn ihm Lee Ranaldo seine Handschrift aufdrückt.

The Callas kommen aus Griechenland und machen nicht nur Musik, sondern auch bildende Kunst, Ausstellungen, Performances und Filme, meistens aber alles gleichzeitig. Schon für den Soundtrack einer ihrer abstrakten Filmarbeiten arbeitete das Kollektiv mit Ranaldo zusammen – und der ist seitdem ganz schön angetan vom kreativen Output der Gruppe um die Brüder Lakis und Aris Ionas. Auch beim gemeinsamen Album liegt der Fokus nicht bloß auf der Musik. Jedes der Stücke wird von einem knapp einminütigen, düster wabernden Interlude eingeleitet, das seine wenig ersichtlichen Botschaften ins Unterbewusstsein indoktriniert. Inhaltlich kaum verknüpft, umgibt die Skits immerhin allesamt eine morbide Ästhetik, die eher auf Tumblr und Flickr zu Hause ist als auf Pinterest und Instagram. Fraglich, ob die geplante Live-Performance da beim Einordnen hilft. Wirkliche Songs gibt es somit nur sieben, die allerdings sind eindeutig von Ranaldos Sonic Youth-Werken vergangener Tage beeinflusst. Der Titelsong ist ein noisiger Kopfnicker mit bestechendem Basslauf und Hitpotenzial, "Μελανιά" ein schweißgebadeter, psychedelischer Fiebertraum. In den intensivsten Momenten klingt "Trouble And Desire" wie ein unruhiger Trip auf unbekannten Substanzen. Gesungen wird teils mehrstimmig in gebrochenem Englisch, Griechisch und sogar Französisch. Verstanden zu werden, scheint dabei nicht unbedingt das Ziel zu sein. Stattdessen darf die Kunst von The Callas einfach mal für sich stehen.

Bewertung: 6/12

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