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0 Autor: André Bosse

Israel Nash - Lifted

Lifted

Für immer ein Hippie: Psych-Meditationen über ein friedliches Amerika.

Das Amerikabild von Israel Nash kann ein Mann wie Donald Trump, kann eine Partei wie die Republikaner nicht zerstören. Von seiner Ranch in Texas aus schaut der Musiker täglich auf eine Landschaft, die sich über tausende von Jahren geformt hat, in der sich Tiere, Pflanzen und Flüsse wie selbstverständlich ihr Zuhause suchen – und es auch finden, weil es genügend Platz gibt. Nashs Welt ist die der "creeks" und "falls", nicht der Dekrete und Erlasse. Man kann das naiv nennen, zumal nur wenige Kilometer südlich die Grenzpolitik des Präsidenten dazu führt, dass kleine Kinder von ihren Familien getrennt werden. Auf der anderen Seite ist der den Himmel öffnende Psychrock von Nash ein erwünschter künstlerischer Gegenpol zum Verfall der humanistischen Werte. "Lifted" führt dabei den Sound fort, den Nash auf seinen beiden vorangegangenen, hochgelobten Alben gefunden hat, auf vielen Stücken klingt der Songwriter und Produzent wie Neil Young ohne Rost, wie Jonathan Wilson ohne dessen L.A.-Beflissenheit. Ein Song wie "Looking Glass" flirtet ganz unverhohlen mit dem Kitsch, die hohe Stimme konkurriert mit den Streichern um die Harmonien, die Steel Guitar setzt Akzente, im Refrain doppeln sich die Chöre: Das ist Panoramamusik. "Lucky Ones" führt dann in die nächste Bar, Sweet Springs bald wieder nach draußen, raus an die süßen Quellen des Lebens. Nash schaut auch in die Sterne und auf die Hügel, weiß: "Strong Is The Night". Am Ende sucht er die "Golden Fleeces": Der Kerl ist und bleibt ein unverbesserlicher Hippie, seine Musik klingt so, wie wir uns den Sound von Woodstock immer vorgestellt haben.

Bewertung: 7/12

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