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0 Autor: Florian Zandt

Matula - Schwere

Schwere

Ihr Namensgeber hat es 2017 vorgemacht und sich noch mal aufgerafft, jetzt zieht das Indiepunk-Quartett nach. Anders als dem findigen Privatermittler merkt man den vier ihr Alter allerdings nicht an.

Dabei ist das nicht selbstverständlich, gelten Matula doch zusammen mit Captain Planet als wichtige Vertreter der ersten Welle deutschsprachigen Emopunks. Ein bisschen Altersmüdigkeit hätte man auf ihrem vierten Album also erwarten können – zumal sich die Band in den vergangenen Monaten sehr rar gemacht hatte. Glücklicherweise spürt man auf "Schwere" nicht das titelgebende Gefühl, sondern frischen Drang nach vorne. Schon der Opener "Team" flirtet mit seinen zuckersüßen Hintergrundgesängen mit Indiepop, während der Sonnenschein-Emopunk aus "Dein Platz ist hier" die Melancholie mit warmen Farben übertüncht. Was direkt auffällt: Mit jedem Album scheint Sänger und Gitarrist Thorben Lange mehr zu sich zu finden und festzustellen, dass er nicht nur das mit dem gekeiften Singsang beherrscht, sondern auch gut mit Melodien umgehen kann, wenn er in "Schützengraben" etwa in die Kopfstimme wechselt oder dem Titeltrack neue gesangliche Facetten abgewinnt. An anderer Stelle setzen Matula dagegen auf Bewährtes: "Verletztes Tier" etwa drängelt sich mit seinem punkigen Drive in die erste Reihe, "Verhandlungsbasis" webt ein dichtes Netz aus schimmernden Singlenotes und Akkord-Marathonläufen, in dem trotz des melancholischen Grundtenors immer wieder Sonnenstrahlen scheinen. Spätestens wenn das untypische "Der Monarch" so schlüssig an die Frühphase von Kettcar anknüpft, fragt man sich, warum "Schwere" so lange auf sich hat warten lassen. Willkommen zurück!

Bewertung: 8/12

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