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0 Autor: Matthias Möde

Foxing - Nearer My God

Nearer My God

Statt des Quartetts vier Pferdeköpfe auf dem Cover. Statt Single-Hits ein stimmiges, drittes Album. Statt von allem etwas all das in einem: Indierock, Emo, Artrock und niedergeschlagene Texte.

Zahlreiche Umbesetzungen machten es Foxing zu Beginn ihrer Bandgeschichte nicht leicht, ihren Stil zu finden, der auf ihrem Debüt "The Albatross" (2013) noch verstärkt nach Indie, Post-Rock und sprödem Post-Hardcore klang. Nicht nur musikalisch ging die Entwicklung über die Jahre weiter: 2017 verließ Gitarrist Josh Coll die Band, um sich dem Film zu widmen. Die Liebe dazu blieb, wie das aktuelle, atmosphärisch gelungene Video zu "Slapstick" zeigt. In dem dystopisch-traurigen, an 80er-Science-Fiction erinnernden Clip leben ein Mensch und eine Pflanze zusammen – in Freundschaft und Abhängigkeit. Die Bilder aus dem Bunker sind wie gemacht für die melancholisch-dichten, von Synthesizern und Gitarren bestimmten Sounds und Zeilen: „There’s no more sun and no more light shine through/ Hold open the door so I can fall in“. Foxing-Sänger Conor Murphy glaubt offenbar nicht mehr daran, dass alles gut ausgehen wird, so ausweglos wie viele seiner Zeilen sind. "Grand Paradise" klingt mit seinen latenten Ausbrüchen immerhin energischer und damit nach Brand New; "Trapped In Dillard’s" mit Klavier, fiependen Synthesizern und hohem Gesang nach Artrock. So wankelmütig wie die Musik ist auch Murphys Stimme, die oft an traurigen Höhen kratzt, im finalen "Lambert" aber im Zusammenspiel mit düsterem Indie-Sound an The Nationals Matt Berninger erinnert. Das atmosphärische "Five Cups" sticht mit neun Minuten zwar heraus, passt aber perfekt in dieses melancholisch funkelnde Gesamtwerk.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 10.0/12

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