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0 Autor: Toby Schaper

Voivod - The Wake

The Wake

Progressive-Cyber-Thrash: Die eigenständigste Metal-Band der Welt hat ihre Stärken gebündelt und schafft die Balance zwischen Schrägheit und Melodie so gut wie seit langem nicht.

Das Wunder von Voivod ist dem von Alice In Chains ähnlich: Bei beiden Bands ist ein prägendes Bandmitglied gestorben, beide haben den Verlust überlebt und fast ohne Qualitätsverlust kompensiert. Wobei die Chance, einen Ersatz für den in völlig eigenen Sphären spielenden Gitarristen Denis "Piggy" D'Amour zu finden, aussichtslos erschien. Doch mit Daniel "Chewy" Mongrain von der Prog-Death-Band Martyr klingen Voivod nach wie vor wie keine andere Band. Dissonante, jazzige, angezerrte Gitarrenakkorde über stoische, oft ungerade Beats, spacige Psychedelia und Metal-Härte ergeben ein futuristisches Klangbild, in dem sich der aufmerksame Hörer verlieren kann. Denn zum nebenbei Hören taugt auch das 14. Studioalbum der Kanadier nicht, auch wenn sie im Vergleich zum schwerverdaulichen Vorgänger "Target Earth" mehr Wert auf Zugänglichkeit gelegt haben – der Opener "Obsolete Beings" etwa kommt fast leichtfüßig daher, er könnte auch vom 1993er-Album "The Outer Limits" stammen. "The Wake" bietet aber trotzdem noch eine Fülle an Details, krummen Takten und absurden Instrumental-Parts (das Solo von "The End Of Dormacy"!). Außerdem haben Voivod ihren eh schon pedantisch ausgetüftelten Songs eine weitere Textur hinzugefügt: Erstmals erweitern Streicherparts ihr Multiversum, besonders eindrucksvoll bei "Inconspiracy", wo sie einen Teppich unter einem konsequenten Uffta-Beat bilden, und beim Outro des 13-Minuten-Monsters "Sonic Mycellium". So leicht war es lange nicht mehr, den Cyber-Thrash dieser famosen Band lieben zu lernen.

Bewertung: 9/12

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