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0 Autor: Frederik Tebbe

Leto - Vor die Hunde

Vor die Hunde

Kluger Deutschpunk und Hamburg – das passt wie die Faust aufs Auge. Es scheint, als läge im Norden irgendwas in der Luft, das smarte deutschsprachige Musik mit angezerrten Gitarren entstehen lässt. Leto haben diese Luft eindeutig geatmet.

Entsprechend spielt sich ihr Debütalbum "Vor die Hunde" irgendwo zwischen Captain Planet und Matula, aber auch geographisch anderswo verorteten, musikalisch aber ähnlich gelagerten Bands wie Duesenjaeger und frühen Love A ab. Es ist also inspiriert von jener Deutschpunkwelle, die in den vergangenen fünf bis sieben Jahren über das Land schwappte. Zwar können Leto noch nicht 100%ig mit ihren Vorbildern mithalten, ihr Debüt zeigt aber, dass das mit der Zeit durchaus möglich sein kann. Lieder wie das Opener-Trio "Zahn der Zeit", "Karma" und "1000" demonstrieren das sehr eindrücklich: Angezerrte Post-Punk-Gitarren treffen auf melancholische Alltagsanalysen, Sturm-und-Drang auf Introspektive. Damit erfinden Leto das Rad des Punk nicht neu, drehen es aber eindrucksvoll. Hier und da holpert und stolpert es allerdings noch: Dass Leto mit "Into The Wild" als x-te Band Jon Krakauers Werk samt Motiv zitieren, ist 2018 ebenso unnötig, wie sich die bloße Phrase inzwischen abgenutzt hat. Irritierend wirkt im Albumkontext auch das Beziehungsstück "Anja und Peter". Der Song fügt sich nicht ins Gesamtbild ein, wirkt wie eine B-Seite, die sich Leto besser für einen Sampler aufgespart oder gleich ganz verkniffen hätten. Ansonsten macht "Vor die Hunde" Hoffnung, dass kluger Deutschpunk, wie er derzeit Hochkonjunktur hat, auch weiterhin eine Zukunft hat. Die Band arbeitet auf jeden Fall entschlossen daran.

Bewertung: 7/12

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