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0 Autor: Vivien Stellmach

Lucero - Among The Ghosts

Among The Ghosts

Gefühlvoller Country-Rock at it's best: Lucero veröffentlichen mit "Among The Ghosts" einen Soundtrack für einsame Herbstabende.

Die kommen bekanntlich schneller, als Laubbäume ihre goldgelben Blätter verlieren. Für Lucero aus Memphis, Tennessee ist "Among The Ghosts" das neunte Studioalbum im 20. Bandjahr, ein kleines Jubiläum also, für das sie sich musikalisch auf ihre Anfangszeit besinnen. Anders als auf jüngeren Alben wie "All A Man Should Do" von 2015 und "1372 Overton Park" von 2009 verzichten Lucero auf große Arrangements und konzentrieren sich wieder mehr auf räudig produzierten Rock, den sie mit Elementen aus Blues, Country, Gospel und R&B auffrischen. Den Titeltrack könnte man auch mit einem Song von Mumford & Sons verwechseln, wäre da nicht die charakteristisch raue Stimme von Sänger Ben Nichols. "Everything Has Changed" schlägt schmissigere, fröhlichere Töne an, "Always Been You" steigt mit einer dramatischen Klavierfigur ein, die zugleich so einsam und hoffnungsvoll klingt, dass man sich am liebsten seufzend mit einem heißen Kakao auf eine breite Fensterbank setzen und den Regentropfen beim Fallen zusehen möchte. Lucero verstehen es, ihren Country-Rock dezent und schnörkellos zu arrangieren. Es gibt wenige hymnische Momente, aber die braucht es bei so wunderschön reduzierten, reflektierten Songs wie "To My Dearest Wife" und "Loving" auch nicht. Erst recht nicht, wenn sie so melancholisch, gefühlvoll und nach wahrer Liebe klingen, oder wie der Rausschmeißer "For The Lonely Ones" mit hellen Klaviermelodien und einem unaufdringlichen Saxofon liebevolle Euphorie versprühen: "Come on, baby, dance with me/ We're praying for the lonely/ Fell in love".

Bewertung: 10/12

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