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0 Autor: Sebastian Berlich

Pig Destroyer - Head Cage

Head Cage

Mehr von allem, außer Songs: Pig Destroyer gönnen sich endlich einen festen Bassisten und ihrem Grindcore frische Einflüsse aus Hardcore, Noiserock und Metal.

Nötig ist diese Öffnung nicht etwa, weil der Vorgänger "Book Burner" schlecht war, sondern weil er sich stärker an der Vergangenheit orientierte als das experimentelle "Phantom Limb". Diesen Weg haben viele vor ihnen beschritten, erst ist es eine Rückbesinnung, dann ein Markenzeichen und schließlich das Suhlen im ewig gleichen Kompost. Um diesem Schicksal zu entgehen, hat Hauptsongwriter Scott Hull seine Hörgewohnheiten geändert und während des Schreibens vor allem aktuelle Noiserockplatten zwischen Cherubs-Comeback und Metz gehört. Selbst wenn deren Spuren nicht direkt zu hören sind, stehen sie für den Blick über den Tellerrand, den "Head Cage" immer wieder wagt. Wo das Intro "The Tunnel Under The Tracks" noch gewohnt atmosphärisch zum bollernden, zwischen Grind und D-Beat wechselnden "Dark Train" überleitet, folgen mit dem groovend-politischen "Army Of Cops" und dem hyperaktiven "Circle River", auf dem sich auch Corey Taylor 2001 wohlgefühlt hätte, Ausbrüche aus dem üblichen knapp-gnadenlosen Geprügel. Der Fokus liegt hier nicht auf einer brutalen Nummernrevue, sondern quantitativ wenigen,inhaltlich aber stärker differenzierten Songs, die breitbeinige Riffs("The Adventures Of Jason And JD") ebenso auffahren wie desorientierendes Surren und komplexe Gitarrenfiguren ("The Last Song") oder dröhnenden Metal ("House Of Snakes"), der sich aus den Klangschlieren erhebt wie einst Metallicas "Blackened". Nicht alle Ideen zünden optimal, in der Summe machen sie "Head Cage" jedoch zu einem unterhaltsamen, bunten Album.

Bewertung: 8/12

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