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Ty Segall - Joy

Joy

Kruder Garage-Rock mit Hang zum atonalen Hokuspokus von zwei Typen, die es auch anders könnten, aber eben nicht immer wollen.

Wenn Fuzz-Rock-Wunderkind (Darf man einen Anfang-30er noch so nennen?) Ty Segall mit Tim Presley alias White Fence rummacht, dann ist die Chance groß, dass die Frucht ihrer Freundschaft eher kein Album des Monats wird – so wie noch Ende Januar geschehen, als Segall sein massives Doppelalbum "Freedom's Goblin" veröffentlichte. Während Segall sich in der letzten Dekade zum Star einer Underground-Szene hochgespielt hat, ist Presley eher ein Cult-Hero, der mit den Nerve Agents zunächst die Nähe zum Hardcore sucht und 2004 die tolle, sich ständig im Wandel befindende Psych-Band Darker My Love gründet. Seinen Hang zu eckigen, manchmal fast atonalen LoFi-Songs lebt er seit 2010 mit White Fence aus. "Joy" ist die zweite Zusammenarbeit von Presley und Segall, die erste namens "Hair" liegt sechs Jahre zurück. Waren darauf nur acht vier- und fünfminütige Songs, ist das neue Album der Weirdos ein fragmentarisches Sammelsurium aus 15 Stücken. "Prettiest Dog" etwa ist eine Art 80s-Hardcore-Miniatur von nur 17 Sekunden Länge, "Rock Flute" ist 28 Sekunden schräges Gefiepe, der Auftakt "Beginning" vor allem ein Percussion-Intro. Auf dem Cover der Platte ist Segall mit seinem Hund abgebildet, Presley mit seiner Katze. Die Haustiere des Duos haben anscheinend für Inspiration gesorgt, Segall hat ja zuletzt öfter von seinem Hund gesungen – und der macht auch Sitz im Song "Good Boy", einem garagigen Folk-Song. "Beefheart-esk" wird es dann im jazzigen Experimentalstück "She Is Gold", wo die Gitarre miaut. "Joy" ist ein schön freigeistiger Schnellschuss – nicht mehr.

Bewertung: 7/12

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