Zur mobilen Seite wechseln

Weezer - Weezer (Black Album)

Weezer (Black Album)

Weezer verabschieden sich endgültig Richtung Pop. Blöd nur, dass sie den nicht besonders gut beherrschen.

Man hätte es ahnen können, als Weezer 2018 vor allem dadurch im Gespräch waren, dass sie Totos "Africa" coverten – ohne Frage einer der schrecklichsten Songs überhaupt. Damit nicht genug, folgte Anfang 2019 mit "Teal Album" ein ganzes Coveralbum. Die Songauswahl von "Take On Me" (A-Ha) über "Everybody Wants To Rule The World" (Tears For Fears) bis "Billie Jean" (Michael Jackson) entlarvt Rivers Cuomo & Co. endgültig als Kinder der 80er. Nur: Eine ironische Brechung ist nicht auszumachen. Möglicherweise liegt genau hier das Problem für Weezer: Man hat sie stets für schlauer gehalten, als sie sind. Dafür kann die Band erstmal nichts und arbeitet deshalb unbeeindruckt an einem Album, das ihre Pop-Werdung veredeln soll. Allerdings fehlen ihnen sowohl der Produzent als auch die Songs, um ein solches Projekt ansprechend umzusetzen. Stattdessen gibt es sinnentleerte Texte („So, here we go/ Don’t get mad at me /I’m just being honest“), Streicher, die jede noch so kleine Lücke in den Stücken zukleistern, und Chöre, die klingen, als wären sie am Rechner emuliert. Seinen Mangel an eigenen Ideen begräbt Cuomo unter einer vermeintlich jugendlichen Sprache voller „Motherfuckers“ und "Zombie Bastards". Leider hat ihr Label vor Jahren ganz groß auf Weezer gewettet und muss deshalb weiterhin jeden Pups von Cuomo veröffentlichen. Wer auf der Suche nach einem Album ist, das einlöst, was Weezers "Black Album" nicht im Ansatz hält, ist mit jedem Imagine-Dragons-Album besser bedient. Das hier ist dagegen der Beweis, dass Weezer überschätzt sind.

Bewertung: 3/12
Leserbewertung: 2.0/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.