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0 Autor: Stefan Reuter

Mike Shinoda - Post Traumatic

Post Traumatic

Selbstverständlich geht es auf dem zweiten Soloalbum des Linkin Park-MCs um den Tod von Chester Bennington – aber nicht ausschließlich.

Shinoda setzt damit das eindeutige Zeichen, dass es weitergehen kann, selbst wenn der Schmerz endlos ist. „Even when there’s no connection back to you in any line/ All of a sudden it’s about you and it gets me every time but/ What the fuck is left to author anyway?“, fragt Shinoda in "About You". Er fühlt, als würde alles, was er sagt, auf seinen langjährigen Freund und Bandkollegen bezogen, seit der sich vor einem Jahr das Leben nahm. Dass ihn dieser Verlust noch lange beschäftigen wird, steht außer Frage. Die ersten Songs auf "Post Traumatic" handeln davon, so etwa "Over Again", in dem er seine Stimmung am Tag des Gedenkkonzerts für Bennington skizziert, das im Oktober im Hollywood Bowl in Los Angeles stattfand: „‚How do you feel, how you doing, how’d the show go?‘/ Am I insane to say the truth is that I don’t know?“. Dieses einschneidende Ereignis und seine Folgen sind ein wichtiger Teil von Shinodas Leben, aber nicht das einzige Thema des Albums. In "Lift Off" feiern er und Machine Gun Kelly ihre jeweiligen Erfolge, über verträumte Synthies singt Chino Moreno von den Deftones die Hook: „I’m off of the earth/ On a ride alone“. Shinoda ist nicht der beste Rapper, aber die Authentizität in seinen Texten und sein Gespür für Melodien, die er über die meist ruhigen Beats legt, fangen manch holprigen Flow wieder auf. Man muss nicht mögen, dass seine Musik wie zuletzt bei Linkin Park ganz nah am Pop ist. Um zu erkennen, dass sie wichtig ist, genügt ein Blick auf die Kommentare unter den bisher veröffentlichten Videos.

Bewertung: 9/12

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