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0 Autor: Florian Zandt

Dance Gavin Dance - Artificial Selection

Artificial Selection

Nach sieben Alben lassen Dance Gavin Dance ihrem post-hardcore-infizierten Frickelpop mehr Platz und streuen Doubletime-Ausreißer und raugefeilten Klargesang in die entstandenen Zwischenräume.

Für den Klargesang ist seit sechs Jahren Tilian Pearson zuständig, der sich langsam, aber sicher aus den übergroßen Schatten seiner Vorgänger Jonny Craig und Kurt Travis gelöst hat. Dass er Anerkennung verdient, zeigt er bereits im Opener "Son Of Robot", der im Titel und in seiner musikalischen Ausrichtung "Young Robot" vom Vorgängeralbum "Mothership" zitiert. Kotzt sich Co-Frontmann Jon Mess darin zuerst zu Frickelgitarren und Doublebass-Attacken die Stimmbänder aus dem Hals, streicht Pearson mit Pop-Kapriolen und Falsett-Melodien die entstandenen Wogen wieder glatt und klingt dabei dennoch angenehm rau. Das darauffolgende "Midnight Crusade" zeigt hingegen eine neue Seite der Band und nagelt flott eingespielte Skatepunk-Doubletime ans giftig-süße Call-and-Response-Spiel von Mess und Pearson – ein geglückter Versuch, in anderen musikalischen Ecken zu wildern. Ohnehin stellt die Band ihrem mal chaotischen, mal verspielten Artpop-Core stellenweise sehr viel geradlinigere Songs gegenüber. Neben "Midnight Crusade" sind das etwa das schwelgerische, sich bei Postrock-Crescendos bedienende "Count Bassy" oder der 00er-Jahre-Emocore-Smasher "Story Of My Bros", der durch rasantes Schlagzeugspiel glänzt. Dass Dance Gavin Dance bei all dem Hakenschlagen weiterhin ein Herz für die eigene Vergangenheit haben, wird in "Shelf Life" klar. Hier darf neben Mess und Pearson nämlich auch Ex-Frontmann Travis, der mittlerweile mit seiner neuen Band Royal Coda beschäftigt ist, ans Mikrofon. So geht Dienst am Fan.

Bewertung: 9/12

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