Zur mobilen Seite wechseln

Baptists - Beacon Of Faith

Beacon Of Faith

Den titelgebenden Hoffnungsschimmer muss man auf Baptists’ drittem Album mit der Lupe suchen. Er versteckt sich zu gut in der Raserei aus Crust, Core und D-Beat.

Mit dem zweiten Buchstaben des Alphabets haben es die Baptists aus Vancouver. Erst kam "Bushcraft", dann "Bloodmines", das war 2013 und 2014. Dann gestand Foo Fighter Dave Grohl, dass er Fan von Schlagzeuger Nick Yacyshyn ist. Den angelte sich aber Aaron Turner von Isis für seine neue Band Sumac, mit denen er in den letzten Jahren drei Alben veröffentlichte. Jetzt sind Baptists doch wieder zusammengekommen, um ein drittes Album aufzunehmen – wieder mit B. "Beacon Of Faith" leugnet, dass vier Jahre seit dem Vorgänger vergangen sind. Alles bleibt beim Alten. Was ja kein Nachteil sein muss, wenn zuvor schon alles gut, also schlecht, also gut schlecht war, irgendwo zwischen Wut, Schmerz und Verzweiflung, die konsequent und krass, knurrig und krachend in Musik übersetzt wurden. Aber: Baptists schreiben jetzt längere Songs. Während auf dem Vorgänger mit elf Ein- und Zweiminütern in weniger als einer halben Stunde alles gesagt war, trauen sich die vier Musiker plötzlich an Vier-, ja sogar einen Sechsminüter. "Eulogy Template" nennt sich der, nimmt das Tempo raus und walzt lieber doomig vor sich hin. Das ist zwar nicht so mitreißend wie die kürzeren Kracher voll Converge-artiger Vitalität, aber es ist ein Novum im Baptists-Universum. Wenn auch viel kürzer, schleppt sich auch das abschließende "Nostrovia" langsam voran. Andrew Drury verzichtet hier auf sein giftiges Gefauche. Dafür kreiert die Gitarre mit harmonischen Post-Rock-Nuancen tatsächlich das, worauf man die ganze Zeit gewartet hat: den Funken Hoffnung.

Bewertung: 8/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.