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Gender Roles - Lazer Rush (EP)

Lazer Rush (EP)

Auf ihrer zweiten EP lassen Gender Roles erneut ihren punkigen Garagerock verspielter und schluffiger krachen als Genre-Kollegen.

Ein wenig hört man den Briten an, dass sie ein Faible für UK-Mathrock haben. Den direkten Weg nimmt ihr scheppernder Garage-Punk selten, viele Rhythmen zucken einen Hauch unruhiger, als es zwischen drei bis vier Akkorden üblich ist, die harmonischen Gitarrenleads wandern inmitten tosender Ausbrüche auf und ab. Auch sonst sind Gender Roles eher Verwandte zweiten Grades von melodischen Radaubrüdern wie Pup oder Fidlar: Wo jenen das Testosteron fast konstant unterm Kinn drückt, gibt sich das Trio aus Brighton in der Strophe von "About Her" auch mal melancholisch Midtempo-Slackertum hin, zitiert sich die Intro-Gitarre von "Gills" zart in die Nähe von "Boys Don’t Cry" – Gender Roles’ Sound ist mehr Wärme, weniger Attacke. Dabei greift die Band stärker als ihre Kollegen auf die 90er zurück, Weezer spenden die aufkreischenden Gitarren und die wonnigen Melodien, und von Kurt Cobain hat Frontmann und Gitarrist Tom Bennett, wie man nach einer beiläufigen Strophe im Refrain mit aller Kraft ins Brüllen verfällt. Nirgends in den vier Songs auf "Lazer Rush" klingt das besser als im grandiosen Opener "Plastic", wo der Sänger nach zweieinhalb Minuten jede Zurückhaltung fahren lässt und eine Art Sommerhymne zwischen Grunge, Garage Rock und Power-Pop herbeischreit. Intensiver gebärdet sich nur "Teeth", wo Bennett sich die Stimmbänder ruiniert, der Song in chaotischen Dissonanzen versinkt und aus diesen eine Pixies-Gitarre emporsteigt – bevor ein Telefonstreich-Mitschnitt die EP schelmisch beendet. Man hört sie von Anfang bis Ende, diese kindliche Freude.

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