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0 Autor: Christian Wiensgol

Giver - Where The Cycle Breaks

Where The Cycle Breaks

Schon vor ihrem Debüt hat es sich international herumgesprochen: Giver gehören zum Smartesten und Spannendsten, was der Hardcore-Nachwuchs Deutschlands zu bieten hat.

Alles an dieser Band schreit nach Hardcore – noch vor dem ersten Ton. Die Details verraten, in welche Kerbe das Quintett aus Köln und Paderborn schlägt: Das Artwork von "Where The Cycle Breaks" ist über jeden Szenezweifel erhaben, mit Holy Roar hat es die renommierte britische Heimat für schlaue Schreihälse im Rücken und die Videoclips setzen den Fokus passend zu den Songs gleichermaßen auf Style und Message. „Every empire on this earth has fallen!“, skandieren Giver immer wieder inbrünstig im Opener "Shock Of The Fall", während sie perfekt inszeniert in einer zugewucherten Ruine spielen. Die Umsetzung zu "Heart Of Dark" macht es mit eindringlichen Schwarzweiß-Aufnahmen noch besser. Auch hier geht es um weiße Vorherrschaft, konkret um die Perversionen ihrer Machtausübung in den afrikanischen Kolonien, womit Giver bewusst einen Bogen vom 19. Jahrhundert zur derzeitigen Flüchtlingsdebatte spannen. Dank all dieser Details holt "Where The Cycle Breaks" neben den Fäustereckern auch die Denker ab. Auf der Strecke bleiben die Dicke-Hose-Mosher. Giver können zwar knallharte Breakdowns und D-Beat-Abfahrten, weigern sich aber nahezu immer, diese in simple Zwei-Minuten-Brecher zu stecken. Stattdessen lassen sie sich Zeit, spielen mit Dynamik und Erwartungen. Genau so konsequent verweigern sie sich melodischen Parts, die über infektiöse Gangshouts hinausgehen. In ihrer Verzweiflung erinnern sie damit an härtere Defeater. Doch bevor hier das Namedropping losgeht: Giver dürften mit ihrem Debüt selbst zur Referenz werden.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 10.0/12

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