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0 Autor: Gunnar Schulz

Living Colour - Shade

Shade

Die New Yorker Crossover-Vorreiter Living Colour fristen fast 30 Jahre nach ihrem grandiosen Funk-Metal-Debüt Vivid wieder ein Nischendasein. Ihr neues Album Shade hat das Potential, dass sich daran etwas ändert.

Ganze fünf Jahre hat es gedauert, die 13 Songs des neuen Albums zu vollenden. Was lange währt, wird endlich gut? Im Falle von "Shade" trifft das durchaus zu, das Album klingt frisch, aggressiv, voller Spielfreude und Energie. Der riffgewaltige treibende Opener "Freedom Of Expression" (F.O.X) gibt die Richtung des Albums vor: Aus den Boxen drücken die unverwechselbare, ausdrucksstarke Stimme Corey Glovers und die in allen musikalischen Genres geschulte Rhythmussektion um Gitarrist Vernon Reid, Bassist Doug Wimbish und Schlagzeuger Will Callhoun. Weitere Highlights auf "Shade" sind "Pattern In Time" und das Afro-Punk-Feuerwerk "Glass Teeth", in denen Living Colour unerhört aufs Gas drücken. Der leidenschaftliche Soul-Blues "Who’s That?" ist nicht weniger spektakulär: Reid, der längst als einer der kreativsten Gitarristen des modernen Rock gilt, spielt sich in Ektase. Die beiden Coverversionen von TEXTRobert Johnsons Mississippi-Blues-Standard "Preachin' Blues" und Marviny Gayes "Inner City Blues" bekommen einen schönen Metaleinschlag verpasst. "Invisible" ist als Hommage an Schlagzeuger Buddy Miles zu verstehen und rassiger Funk-Rock, "Blak Ou"t hingegen rockiger Boogie. "Program" erinnert mit seinem prägnanten Riff an Cult Of Personality, während die Funk-Ballade "Two Sides" mit Gastsänger George Clinton zum Ende hin ruhigere Töne anschlägt. "Shade" wirkt wie aus einem Guss und ist rundum gelungen – die Repeat-Taste bleibt vorerst gedrückt.

Leserbewertung: 9.0/12

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