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0 Autor: Mario Lasar

Blur - Blur

Blur

Es wäre verfehlt zu sagen, Blur hätten ihre alten Vorbilder Kinks und Specials gegen eher zeitgenössische amerikanische Post-Punk-Bands wie Sonic Youth und Pavement eingetauscht.

Aber die Anteile an US-Rock-Einflüssen fügen dem immer noch grundlegenden Pop-Appeal von Blur eine neue Dimension hinzu. Die schrägen Gitarren und der häufige Einsatz von Verzerrungen und Übersteuerungen belegen, daß Blur 1997 von einem starr gewordenen Britpop-Konzept Abschied nehmen. Die Stimmung der LP wird exemplarisch von "Death Of A Party" reflektiert: die Feier ist vorbei, und ein Gefühl der Ernüchterung stellt sich ein. Britpop wird hier als Illusion kritisiert und um diese Kritik formulieren zu können, stellen Blur ihre alte Identität in Frage. Deswegen klingt Damon Albarn oft nicht wie er selbst, und deswegen klingen die Gitarren partiell so, als seien sie eigentlich auf einer Nirvana-Platte zu Hause. Blur haben eine strategische Platte gemacht, die vor allem als Statement gegen stereotype Vorstellungen von britischer Popmusik funktioniert. Dieser Ansatz lässt sie eher als reagierende denn als agierende Band erscheinen, was vielleicht etwas problematisch ist, weil auf diese Weise ein Gefühl von Entfremdung entsteht.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 8.0/12

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