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0 Autor: Carsten Sandkämper

Caligula's Horse - Bloom

Bloom

Caligula’s Horse gibt es erst seit 2011, und mit "Bloom" veröffentlichen sie bereits ihr drittes Album. Bei diesem Tempo möchte man ihnen dringend raten, ein wenig auf die Bremse zu treten, bevor sie in Beliebigkeit zum Stehen kommen.

Der Prog Metal von Gitarrist Sam Vallen und Sänger Jim Grey ist durchzogen von anderen musikalischen Strömungen. Das war von Anfang an so, nimmt jedoch auf "Bloom" endgültig verunsichernde Züge an. Die Liebe zu galoppierenden Doppelbassdrums plus Hochgeschwindigkeitssoli mit Herzblut-Songs zu kombinieren, die sich vor Jeff Buckley verneigen, verlangt vom Hörer Toleranz. Für die Band aus Brisbane, Australien funktioniert das wilde Hin und Her gut: "Bloom" ist ein extrem gut gespieltes Amalgam aus melodiösem Prog Metal und Alternative Rock. Die längeren Songs wie "Dragonfly" und "Daughter Of The Mountain" sind dramatische, gut geschriebene und vertonte Geschichten, während kompakte Stücke wie das poppige "Firelight" oder das Groove-orientierte "Rust" durchaus tanzbar sind. Caligula's Horse widmen viel ihrer Zeit der Eingängigkeit und setzen komplexe Parts in ihren Songs mit Bedacht ein – um sie für eine Single besser editieren zu können? Es macht den Eindruck, als läge der Fokus heute mehr denn je auf einer gewissen Mainstream-Verträglichkeit. Es ist nun mal das dritte Album, und gemessen am Tempo, mit dem Vallen und Grey die Entwicklung ihrer Ideen vorantreiben, wollen sie hier scheinbar keine Gefangenen nehmen. Und genau da könnte in der Rezeption das Problem liegen, denn "Bloom" will Hitmaschine, virtuoses Manifest, Solo-Spielplatz und Futter für den Moshpit sein. Klar ist aber auch: Im Sinne der Grenzenlosigkeit progressiver Musik ist das bewundernswert.

Bewertung: 8/12

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