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0 Autor: Carsten Sandkämper

Lunatic Soul - Walking On A Flashlight Beam

Walking On A Flashlight Beam

Sein Hauptjob als zentrale Figur der Progrocker Riverside genügt ihm nicht, Mariusz Duda braucht die kreative Überforderung. Und wird dabei besser und besser.

Die Eleganz, mit der er sein Soloprojekt Lunatic Soul in den vergangenen Jahren geformt hat, verdient höchste Anerkennung. Die gemeinsam veröffentlichten Alben "I" und "II" sowie das rein instrumentale "Impressions" versammelten hochgradig ästhetische Pop-Songs, denen jedweder Projektcharakter fehlte, deren Produktion und Soundgewand etwas bestechend Seriöses hatten. So auch "Walking On A Flashlight Beam", das sich im Vergleich zu den Vorgängern noch mehr in Pop kleidet. Duda klingt so sehr nach Depeche Mode, David Sylvian und Steven Wilson, dass man im Geiste schonmal vordere Charts-Notierungen für Songs wie das ausufernde "Gutter" oder das betörend balladeske "Treehouse" ankreuzt. Duda scheut sich nicht, zur ganz großen Geste auszuholen, und umarmt elektronische ebenso wie progressive Popmusik, angefangen beim Alan Parsons Project und Jean Michel Jarre bis hin zu Massive Attack und Peter Gabriel. Die Gefahr, sich in sämtlichen Einflüssen zu verlieren, brechen Duda und seine Stammproduzenten Robert und Magda Srzednicka sowie der angenehm integrierte Schlagzeugen Wawrzyniec Dramowicz durch wohldosierte Improvisationen auf. Eine Herangehensweise die schon "Impressions" zu einem Kleinod instrumentaler Finesse à la Nine Inch Nails' "Ghosts I-IV" machte. Mit Album Nummer Vier gelingt Mariusz Duda die wohl überzeugendste Version seines Soloprojekts, das ihm nach eigenem Bekunden als Ausdrucksmittel in kreativen Übergangsphasen dient. Zudem fügt sich das Album beängstigend gut in das Kscope-Programm ein. Als sei es dafür gemacht.

Bewertung: 9/12

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