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0 Autor: André Bosse

Deaf Wish - Pain

Pain

Fest der lärmenden Gitarren: brillantes Punk-Core-Indierock-Sammelsurium aus Australien.

Nachhaltigkeit ist ein missbrauchter Begriff. Da lobt man sich Deaf Wish, ein Kollektiv mit Basis in Australien: Das Leitmotiv ihrer ersten Proben lautete, es richtig krachen zu lassen – und sei es nur für zwei Shows. Die richtige Einstellung, besonders, wenn man formlosen Indierock spielt, der Konventionen links liegen lässt. Nun dauert die Bandgeschichte von Deaf Wish schon deutlich länger als zwei Konzerte lang; nach lediglich regional zu erhaltenden Platten erscheint mit "Pain" nun ein Album auf "Sub Pop". Dort gibt man sich erfreulicherweise immer wieder Mühe, das glorreiche Image als bester Ort für Gitarrenlärm aufrecht zu erhalten – und "Pain" wird nun tatsächlich zu einem der jüngeren Meilensteine der Labelgeschichte. Das Album beginnt mit einem Todesmarsch, der an Viet Cong erinnert, es folgt der superkurze Punkrockrülpser "Newness Again", bevor das kaum längere Stück "They Know" in wunderbarer Weise an die frühen Sonic Youth erinnert. Gitarristin Sarah Hardiman singt tatsächlich so cool wie die große Kim Gordon , die Gitarren schmeißen mit rohen Eiern, der Beat stolpert zu früh ins Ziel: ein herrliches Chaos! Und Deaf Wish können noch mehr: "Sunset’s Fool" verbindet Indierock mit Wave-Düsternis, führt Sarah Hardiman plötzlich einen verführerischen Chor an. Das folgende "Eyes Closed" zieht alle Hardcore-Register, das Titelstück macht seinem Namen alle Ehre – Schmerzensschreie inklusive. Und spätestens bei "On" schaut man noch mal aufs Cover, um sicher zu gehen, hier keine Parallelplatte von Sonic Youths Daydream Nation auf dem Tisch zu haben. Klar, einiges ist hier geklaut, aber Deaf Wish setzen es grandios wieder zusammen.

Bewertung: 9/12

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