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0 Autor: Christian Wiensgol

Hop Along - Painted Shut

Painted Shut

Das Besondere an Hop Along ist ihre größte Schwäche: An der Stimmakrobatik von Songwriterin Frances Quinlan führt nichts vorbei, auch kein zeitloser Indierock.

Man muss kein Subgenre-Experte sein, um zu verstehen, warum Quinlans Songs früher dem Freakfolk zugeschrieben wurde. Was sie mit ihrer, für sich genommen, durchaus beeindruckend vielfältigen Stimme anstellt, ist selten nachvollziehbar und fast immer durchgeknallt. In Silbenschnelle wechselt sie von Kinderlied-Gehauche über Kopfstimmen-Gequietsche zu dem, was Metaljournalisten gerne unter „Rockröhre“ verbuchen. Dabei agieren ihre Mitmusiker auf dem zweiten Album von "Hop Along" eher unaufgeregt, mit verspieltem Indierock, der mal an die 90er, mal an das 00er-Revival erinnert, wie der erst zackige, dann rifflastige Opener "The Knock" beweist. Doch schon hier lässt Quinlans sprunghaftes Organ erahnen, dass sie sich nur selten mit songdienlichen Melodien zufrieden gibt. Dabei ist sie am besten, wenn ihre Stimme eben nur kurz davor ist, in die Extreme zu kippen, wie im ungestümen und doch poppigen "Texas Funeral". Auch die beiden intimen Momente "Happy To See Me" und "Well-Dressed" überzeugen. Hier lässt Quinlan ihrer Stimme freien Lauf, wirkt aber nicht berechnend, sondern erzeugt eine intime und beklemmende Stimmung, die sie sich wohl für das gesamte Album erhofft hat. Immerhin erzählt "Painted Shut" die Geschichten von Buddy Bolden und Jackson C. Frank, zwei legendären, aber mittellosen Musikern des frühen Jazz beziehungsweise Folk, die beide an Erfolglosigkeit und Geisteskrankheit zerbrachen. In dieser Hinsicht passt die verrückte Gesangsdarbietung auf diesem Album dann doch.

Bewertung: 6/12
Leserbewertung: 11.0/12

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