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0 Autor: Jens Mayer

The Idiots - Gott sei Punk

Gott sei Punk
  • VÖ: 31.10.2014
  • Label: The Idiots/Soulfood
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 261

Ein Jahr nach ihrem Comeback-Album veröffentlichen die Dortmunder Deutschpunk-Urgesteine nun eine Platte mit ihren neueingespielten Klassikern und drei neuen Songs.

Sir Hannes ist eine Dortmunder Institution: Mit seinem Plattenladen Idiots Records streckt der Kopf und Sänger der Idiots, als eine der letzten Bastionen der Punk- und Subkultur, der gleichgemachten Saturn-Karstadt-H&M-Shoppingcenter-Innenstadtatmosphäre den Mittelfinger entgegen. Musikalisch mag er sich zuletzt mit seiner Band Honigdieb in streitbaren Gefilden bewegt haben, aber nach der Wiederbelebung der Idiots wird noch einmal deutlich, warum er und diese Band, die Ende der 70er Teil der ersten Deutschpunk-Welle waren, so wichtig sind. Natürlich wirken ihr Auftreten und ihre Songs wie aus der Zeit gefallen, aber die 14 neu eingespielten Stücke der Bandhistorie schaffen es immer wieder lustvoll vorzuführen, was Punk immer schon konnte und immer noch kann: Simple und charmante Provokation einerseits, aber im besten Falle nebenbei auch ein grandios bissiger Gesellschaftskommentar, wie im Allzeit-Klassiker "Edeka", dieser brillanten (Anti-)Konsum-Punkhymne mit der Zeile für die Ewigkeit: "Ein deutscher Esel kauft alles." Oder ein Hardcore-Punk-Kracher wie "Der Säufer". Songs wie "Der S04 & der BVB" oder "Tage ohne Alkohol" fangen zudem gewitzt Ruhrgebietsatmosphäre und Charme ein, ohne Klischees überstrapazieren zu müssen – und funktionieren auch nach drei Jahrzehnten überraschend gut. Die drei neuen Songs fallen in dieser Zusammenstellung nicht allzu sehr auf: Der Titelsong ist selbstverständlich programmatisch, "Idioten ficken besser" und "Mach es dir doch selbst" wirken dann aber doch zu bemüht.

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